Agrarminister Schmidt plant Tierwohl-Siegel

Tierwohl-Siegel für RinderKunden können sich demnächst über die Haltungsbedingungen der Tiere informieren. (Foto: Annie Spratt / Unsplash)

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) setzt sich für ein staatliches Tierwohl-Siegel für Milch- und Fleischprodukte ein. Das Label soll freiwillig sein. Die Verbraucherschützer stufen die Initiative als wenig wirksam ein.

Das staatliche Tierwohl-Label soll zunächst bei Schweinefleisch und möglicherweise Geflügel, später dann auch bei Rindfleisch und Milch die Haltungsbedingungen der Tiere deutlich machen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ). Demnach soll sich selbst ihre Aufzucht und ihre Behandlung beim Transport und bei der Schlachtung künftig in dem Label niederschlagen. Dem Minister Christian Schmidt schwebe dabei ein mehrstufiges Label vor. Private Kontrolleure sollen dazu die Landwirtschaftsbetriebe zertifizieren.

Doch anders als bei der Kennzeichnung der Eier, soll es eine Kennzeichnung für dürftige Lebensbedingungen nicht geben. Vielmehr soll das Label freiwillig sein, also nicht verpflichtend, so die SZ weiter.

Verbraucherschützer würden die Brancheninitiative als intransparent und wenig wirksam kritisieren. Die Anforderungen an die Bauern seien gering, ein komplexes Auswahlsystem für den Betriebsumbau lasse ihnen zu viel Spielraum. Im September habe der Deutsche Tierschutzbund seine Mitarbeit an der Initiative aufgekündigt.

 

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