Europaweiter Aktionsplan gegen Lebensmittelbetrüger

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Ministerialdirektor Bernhard Kühnle will Lebensmittelbetrug verhindern. (Foto: Kemal Calik)

Gepanschtes Olivenöl oder Pferd in Lasagne: Falsch deklarierte Nahrungsmittel tauchen auch in deutschen Supermärkten auf. Mit neuen Maßnahmen will Deutschland zusammen mit der EU Lebensmittelbetrug bekämpfen.

„Lebensmittelbetrug ist keine Erfindung der Neuzeit“, sagte Bernhard Kühnle, Abteilungsleiter Lebensmittelsicherheit im Bundeslandwirtschaftsministerium, auf dem 7. Food Safety Kongress in Berlin. So habe der größte Lebensmittel-Skandal Spaniens im Jahr 1981 750 Menschen das Leben gekostet. Damals wurden durch gepanschtes Olivenöl 25.000 Menschen vergiftet. Auch heute würden Ernteausfälle in Italien und Spanien zu steigenden Preisen, größeren Importmengen führen und somit das Betrugsrisiko erhöhen.

Nach dem Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch in Lasagne im Jahr 2013 hätten die Behörden die amtlichen Kontrollen verstärkt. So habe man in Deutschland im Jahr 2013 bei 878 Untersuchungen auf Pferde-DNA 29 Proben positiv getestet. Ein Jahr später habe man bei 204 Untersuchungen lediglich ein Produkt positiv getestet (Döner).

Damit man in der EU Lebensmittelbetrug wirksam bekämpfen kann, habe die EU-Kommission das „Food-Fraud-Network“ gegründet. Alle Mitgliedstaaten würden bei diesem Netzwerk teilnehmen und nationale „Food-Fraud-Contact-Points“ (FFCP) benennen. Als deutscher FFCP sei das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zuständig und stehe mit der Kommission, den Mitgliedstaaten und den 16 Stellen der Länder im Kontakt. Zudem soll ein EU-weites Melde- und Informationssystem für Betrugsfälle im Bereich Lebensmittel und Futtermittel aufgebaut werden.

Als nächste Schritte kündigte Kühnle auf dem Kongress an, dass weitere Handelswege und Warenströme einem Monitoring unterzogen und softwaregestützt ausgewertet werden, um Prognosen bezüglich relevanter Betrugsfelder zu prüfen. Zudem plane das Ministerium eine Gesprächsplattform, bei der Hersteller und Händler in einer „geschützten Umgebung“ mit Behörden kooperieren könnten.