Analyst: Gewinne deutscher Banken zu niedrig

Stuart Graham von Autonomous Research.Stuart Graham von Autonomous Research. (Foto: Marc-Steffen Unger / Euroforum)

In Deutschland gibt es zu viele Filialen – und die Gewinne der Geldhäuser sind zu niedrig, sagte der angesehene Analyst Stuart Graham auf dem Banken-Gipfel.

„Die meisten meiner Kunden halten deutsche Großbanken für keine gute Geldanlage“, sagte Stuart Graham vom Analysehaus Autonomous Research auf dem Banken-Gipfel des Handelsblatts in Frankfurt. Die Gewinne seien einfach zu niedrig. Seit fast 30 Jahren liege die Eigenkapitalrendite bei lediglich vier Prozent. Sie könnten weiter fallen, etwa aufgrund der niedrigen Zinsen und der hohen Kosten.

Deutsche Bank und Commerzbank könnten kaum jemals eine angemessene Eigenkapitalrendite erzielen, ist sich der Analyst sicher. „Die niedrigen Bewertungen zeigen deutlich, dass Investoren große Bedenken haben“, so Graham. Die beiden Institute würden mit dem 0,4-fachen des Buchwerts gehandelt, der Durchschnitt in Europa liege bei 1,1, in den USA bei 1,9. Vor allem die Deutsche Bank würde in den nächsten ein bis zwei Jahren in einer gefährdeten Position kommen und brauche eine positive Entwicklung der Weltwirtschaft und die Märkte auf ihrer Seite.

In Deutschland gebe es nach wie vor zu viele Banken. „Apple hat in Deutschland 16 Stores, Aldi und Lidl haben 8.000 Supermärkte und Sparkassen und Volksbanken jeweils 10.000 Filialen.“ Jedoch würden immer weniger Kunden in die Filialen kommen, weil sie ihre Bankgeschäfte online erledigen würden.

 

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.