Bündnis will gegen Islamfeindlichkeit vorgehen

ClaimFoto: Kemal Calik

Das neue Netzwerk “Claim” will bundesweit gegen die Diskriminierung von Muslimen kämpfen – und veranstaltet am 1. Juli den Tag gegen antimuslimischen Rassismus.

„Muslimfeindlichkeit oder Islamfeindlichkeit ist heutzutage wohl der gesellschaftsfähigste Rassismus“, sagte Farid Hafez, Herausgeber des European Islamophobia Reports. Das Erstarken der AfD mit deren Fokus auf islamophobe Diskurse zeige die Dringlichkeit der Vernetzung gegen anti-muslimischen Rassismus.

„Das Klima und der Ton gegenüber Muslimen sind in diesem Land rauer geworden, sei es in Talkshows, auf der politischen Bühne oder in alltäglichen Begegnungen“, sagte Nina Mühe, Projektverantwortliche von Claim. Die Hemmschwelle für tätliche Übergriffe sinke. „1.075 Übergriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen wurden 2017 in Deutschland erstmals als explizit „islamfeindlich“ strafrechtlich erfasst – die Dunkelziffer antimuslimischer Hassverbrechen wird von Experten jedoch wesentlich höher, auf das Achtfache, geschätzt“, so Mühe. Der Zusammenschluss aus bundesweit 35 Organisationen wolle gegen islam- und muslimfeindliche Hetze vorgehen.

Das Netzwerk ist ein Projekt der Jungen Islam Konferenz und wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. Am 1. Juli findet der Tag gegen antimuslimischen Rassismus statt.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.