Business Travel: Roboter im Einsatz

RoboterWerden künftig Roboter die Gäste an der Rezeption begrüßen? (Foto: Alex Knight / Unsplash)

Chatbots und Künstliche Intelligenz haben die Geschäftsreise längst erreicht – und sind bereits heute dabei, tiefgreifend in alle Prozesse einzugreifen.

„Roboter sind die nächste Stufe der Automatisierung“, sagte Yvonne Moya, Associate des Bot-Anbieters Festive Road auf der VDR & GBTA Conference 2017 für Geschäftsreisen. Gleich mehrere Sessions zeigten, wo Chatbots und Künstliche Intelligenz bereits im Einsatz sind und welche Möglichkeiten kurz vor der Marktreife stehen. Karen Hutchings zum Beispiel, Global Travel, Meetings & Events Leader von EY (Ernst & Young), hält Robotik inzwischen für „Mainstream“. Sie nutzt Roboterprozesse auf der Basis Künstlicher Intelligenz, um das Verhalten der Reisenden im Unternehmen zu prüfen und sie zur Einhaltung der Reiserichtlinien anzuhalten. Zum Beispiel halte die intelligente Software die Reisenden automatisch dazu an, frühzeitig und damit günstigere Tarife zu buchen.

Serdar Gürbüz, Head of Digital Innovation bei Turkish Airlines, setzt Chatbots unter anderem für den Online-Check-in ein. Yvonne Moya von Festive Road ermöglicht es Reisenden aus beliebigen Ländern, in Sekundenschnelle die für sie gültigen Reiserichtlinien abzufragen. „Das Thema ist da und wird bleiben“, sagte sie. „Es geht darum, es in die Unternehmensumgebung zu übertragen.“ Und zwar auch in Nischen wie dem Travel Management.

Michel Rouse, Chief Technology Officer EMEA von FCM Travel Solutions, nannte als plakatives Beispiel digitale Assistenten, die keine Abflugzeiten ausgeben, sondern einfach zur rechten Zeit sanft mahnen, man müsse jetzt zum Flughafen aufbrechen. Es brauche Unmengen an Daten und Intelligenz, um das so simpel zu gestalten, sagte er. Beide Ressourcen, so wurde in Frankfurt klar, stehen inzwischen ausreichend zur Verfügung.

Roboter nehmen Arbeit weg

Das gilt auch für Meetings & Events. Jessie States, Manager of Professional Development von Meeting Professionals International, zeichnete eine nahe Zukunft, in der persönliche, ans Ohr geklemmte digitale Assistenten alles Gehörte aus beliebigen Sprachen in Echtzeit in die eigene übersetzen. Im Zusammenspiel mit einer digitalen Brille können sie jeden entgegenkommenden anderen Tagungsgast erkennen und benennen. „Stellen Sie sich vor, was das für die Effizienz einer Tagung bedeutet“, sagte sie, nicht ohne die naheliegenden datenschutzrechtlichen Probleme anzusprechen. Der Boom der Wearables bringe auch noch ein ganz anderes Problem mit sich: Im Jahr 2020 werde jeder Mensch im Schnitt fünf vernetzte Kleincomputer bei sich tragen. „Wie muss ein W-Lan der Zukunft aussehen, das diese Menge verarbeiten kann?“, fragte sie. „Und wehe, es funktioniert nicht.“

Alle Redner waren bemüht, den anwesenden Travel Managern die Angst zu nehmen, Roboter könnten ihnen die Arbeit wegnehmen. „Es geht darum, banale, sich wiederholende Arbeit an die Maschinen abzugeben“, so beispielsweise Karen Hutchings von EY. Dabei entstehe Einkäufern und Travel Managern Freiraum für strategische Aufgaben.

Eine einprägsames Beispiel für den generationsbedingten Wandel fand Florian Storp, Vice President Central Europe von American Express Global Business Travel. „Meine 14-jährige Tochter telefoniert nicht mehr mit ihrem Smartphone. Sie hat mich gebeten, ihr zu schreiben, statt sie anzurufen“, sagte er in einem kurzen Statement zu Beginn der Tagung. „Wenn wir wissen wollen, wo wir im Business Travel investieren sollen, müssen wir uns diese jungen Leute anschauen. Ihr Leben einfacher zu machen ist bald schon unsere Aufgabe.“

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