BVL: Salmonellen-Gefahr beim Schweinefleisch

SchweinefleischBundesamt für Verbraucherschutz warnt vor Salmonellen im Schweinefleisch. (Foto: Mantra Media / Unsplash)

Schweinefleisch ist nach wie vor eine bedeutende Infektionsquelle des Menschen mit Salmonellen, sagt das Bundesamt für Verbraucherschutz. Der Verband der Fleischwirtschaft hält dagegen – und spricht von „Irreführung“.

Insbesondere aufgrund des teilweise üblichen Rohverzehrs (z. B. als Mett) geht von Schweinefleisch ein potenzielles Risiko für eine Infektion des Menschen mit Salmonellen aus, teilt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit. Die Ergebnisse der Resistenzuntersuchungen würden zeigen, dass Bakterien, die von Läufern (Schweine vor der Hauptmast bis 30 kg) und Mastkälbern bzw. Jungrindern stammen, die höchsten Resistenzraten bei diesen Tierarten aufweisen. Dies spiegle die häufige Antibiotikagabe bei diesen Tiergruppen wider.

Im Rahmen des Zoonosen-Monitorings 2015 wurden demnach insgesamt 6.106 Proben auf allen Ebenen der Lebensmittelkette durch die Überwachungsbehörden der Bundesländer genommen und von den Untersuchungseinrichtungen auf das Vorkommen der wichtigsten über Lebensmittel übertragbaren Erreger untersucht.

Die Ergebnisse der Untersuchungen an Schlachthöfen zeigen, so das BVL, dass es im Rahmen der Schlachtung zu einer – wenn auch im Vergleich zur Geflügelschlachtung geringeren – Verschleppung von eingetragenen Salmonellen auf die Schlachtkörper (4,5 % positive Proben) kommt.

Fleischverband kritisiert Bundesamt

Frisches Schweinefleisch aus dem Einzelhandel war dem BVL zufolge zu 0,4 Prozent mit den Erregern verunreinigt. Trotz der relativ geringen Kontaminationsrate mit Salmonellen stelle Schweinefleisch aufgrund des teilweise üblichen Rohverzehrs nach wie vor eine bedeutende Infektionsquelle für den Menschen mit Salmonellen dar. Rohes Hackfleisch und Rohwurstprodukte seien aus diesem Grund keine geeigneten Lebensmittel für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen und Schwangere.

Der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) hält die Pressemeldung für „irreführend“. Das abstrakte Risiko für den Verbraucher, über den Verzehr von frischem Schweinefleisch an einer Salmonellose zu erkranken, sei laut dem Zoonose-Bericht des Bundesinstituts geringer, als sich über den Verzehr von rohen Garnelen oder vorgeschnittenen Blattsalaten zu infizieren. Im Einzelhandel entnommene Proben von rohen Garnelen waren laut dem Verband in 0,5 Prozent der Fälle und bei 0,3 Prozent der Proben von vorgeschnittenen Blattsalaten Salmonella-positiv.

Die Ergebnisse für Schweinefleisch würden eine konstante beziehungsweise leicht rückläufige Entwicklung auf sehr niedrigem Niveau zeigen und beweisen, dass die angewandten Hygienemaßnahmen und Herstellungsprozesse effektiv greifen würden.

Der vollständige Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2015 kann hier abgerufen werden.

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