Coronavirus trifft Schwellenländer am stärksten

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Foto: Andrea Piacquadio / Pexels

Die Schwellenländer sind von Corona stärker betroffen als Industrienationen, sagt der Kreditversicherer Coface.

Kapitalabflüsse in einem noch nie dagewesenen Ausmaß belegen die zunehmende Unsicherheit in den Schwellenländern. Im März überstiegen die Verkäufe ausländischer Investoren von Anleihen und Aktien aus 24 Schwellenländern 80 Milliarden US-Dollar, teilt der Kreditversicherer Coface mit. Das sei eine Vervierfachung gegenüber dem letzten Quartal 2008, als die damalige Finanzkrise losbrach.

Während des ersten Quartals dieses Jahres werteten die Währungen auch von Ländern mit starken Fundamentaldaten ab. „Die stärksten Abwertungen gegenüber dem US-Dollar verzeichneten in diesem Zeitraum Brasilien, Südafrika, Russland und Mexiko mit jeweils mehr als 25 Prozent, gefolgt von Kolumbien und Indonesien“, erklärt Coface-Chefvolkswirt Julien Marcilly.

Abhängig vom Tourismus

Von Tourismuseinnahmen abhängige Länder sind von Reisebeschränkungen betroffen. In 45 Ländern, darunter Marokko, Tunesien, Mexiko, Mexiko, Thailand, die Philippinen, Kroatien und Kambodscha, macht der Tourismussektor mindestens 15 Prozent des BIP aus, so Coface. Auch Schwellenländer, die von den Einnahmen aus dem Export nichtlandwirtschaftlicher Rohstoffe abhängig sind, seien betroffen.

Trotz einer von Coface erwarteten Erholung der Preise in der zweiten Jahreshälfte dürften die wichtigsten Exportländer ihre Haushalts- und Leistungsbilanz nicht ausgleichen können. „Die rohstoffexportierenden Länder sind diejenigen, deren Haushaltssaldo sich in diesem Jahr voraussichtlich am stärksten verschlechtern wird“, erwartet Julien Marcilly.

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