Desi Doll-Gründerin Rahman: “Wir würden unser Spielzeug gerne in Deutschland verkaufen”

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Desi Doll-Gründerin Farzana Rahman. (Foto: Desi Doll)

Farzana Rahman, Gründerin der Desi Doll Company, über Lernspielzeuge für muslimische Kinder, neue globale Märkte und eine bessere Work-Life-Balance.

Zur englischen Fassung des Interviews
To the English version of the interview

Frau Rahman, Sie haben Ihre Lernspielzeuge und Puppen vor einigen Monaten auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt. Wie waren die Reaktionen der Fachbesucher?
Wir hatten eine tolle Resonanz – eigentlich die beste Reaktion bisher. Wir stellen seit drei Jahren auf der Spielwarenmesse aus. In diesem Jahr hatten wir das Glück, viele interessante Gespräche zu führen, was zu einigen neuen Kunden und neuen Aufträgen führte.

Wie kommt ein Investmentbankerin auf die Idee, islamische Spielzeuge herzustellen?
Ja, ich habe zehn Jahre lang für eine Investmentbank, Goldman Sachs, gearbeitet. Meine Tochter war 4 Jahre alt, und ich versuchte, ihr auf spielerische Weise etwas über ihren islamischen Glauben beizubringen. Ich suchte nach islamischem Lernspielzeug, um das bisher Gelernte zu festigen, aber ich konnte keins finden. Gleichzeitig war ich auf der Suche nach einer besseren Work-Life-Balance. Während ich mich mit meinen neugeborenen Zwillingen im Mutterschaftsurlaub befand, beschloss ich, meine Karriere aufzugeben und mich dem Entwerfen von islamischem Spielzeug zu widmen. Ich hatte das Gefühl, wenn ich diese Art von Spielzeug suche, dann muss es andere muslimische Eltern geben, die ebenfalls danach suchen – es muss einen Markt für diese Art von Spielzeug geben. Ich hatte Glück, dass meine ersten beiden Spielzeugentwürfe, die sprechende Aamina und die sprechende Yousuf-Puppe, zu einem großen Erfolg wurden. Sie gehören immer noch zu unseren Bestsellern. Ich entwerfe weiterhin und habe jetzt ein Sortiment von über 30 einzigartigen und interaktiven Spielzeugen.

Wo werden Ihre Spielzeuge hergestellt?
Alle unsere Spielzeuge werden derzeit in China hergestellt.

Stationäre Geschäfte in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Frankreich verkaufen Ihr Spielzeug. In Deutschland nicht, warum?
Wir würden unser Spielzeug gerne in Deutschland verkaufen – aber bis jetzt haben wir von dort keine Anfrage erhalten. Vielleicht denken die Deutschen, dass unsere Spielzeuge nur Englisch und Arabisch sprechen. Wir haben jedoch einige wenige Spielzeuge, die nur Arabisch sprechen, und diese Spielzeuge sprechen vor allem nicht-englischsprachige Länder wie Frankreich, Belgien, Dänemark, die Niederlande und Schweden an, in denen wir erfolgreich verkaufen, zum Beispiel Moon & Stars Korankinderbett mobil, Arabisches Alphabet Klangpuzzle, Mein Korankissen – diese Spielzeuge rezitieren nur Arabisch und können daher in vielen Regionen verkauft werden.

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Farzana Rahman zeigt das Spielzeugsortiment von Desi Doll. (Foto: Desi Doll)

Ihr Unternehmen ist international aufgestellt. In welchen Ländern besteht die größte Nachfrage nach Ihrem Spielzeug?
Wir haben eine riesige Nachfrage in Großbritannien, wo unser Unternehmen seinen Sitz hat, aber tatsächlich kommen über 50 Prozent unserer Nachfragen von internationalen Märkten. USA, Australien und Südafrika sind derzeit unsere größten Märkte. Auch in Frankreich, Belgien und im Nahen Osten stellen wir eine steigende Nachfrage fest.

Weltweit gibt es über 1,6 Milliarden Muslime. Warum gibt es so wenige Hersteller, die Lernspielzeug für muslimische Kinder anbieten?
Wir haben in den letzten Jahren tatsächlich einen Anstieg der Zahl neuer Unternehmen erlebt, die islamische Spielzeuge herstellen – und wir finden das fantastisch. Es gibt reichlich Platz für alle. Unsere Kinder können sich glücklich schätzen, dass sie eine wachsende Auswahl an islamischen Qualitätsspielzeugen und Büchern haben. Es ist großartig für Eltern, diese Auswahl auch für ihre Kinder zu haben! Die Desi Doll Company ist sehr stolz darauf, Pionier für die islamische Spielzeugindustrie gewesen zu sein. Zudem sind wir das am längsten bestehende Unternehmen in diesem Bereich. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum es nicht mehr Anbieter von Spielzeug für muslimische Kinder gibt – vielleicht haben sie mehr Vertrauen in die Versorgung eines Massenmarktes als in die Unsicherheit eines muslimischen Nischenmarktes. Für mich ist es eine Leidenschaft, es geht nicht nur um die Zahlen. Ich liebe es, dass Kinder mit schönem, lustigem Spielzeug ihren schönen islamischen Glauben kennen lernen, und ich entwerfe Spielzeug, das genau das tut. Meine interaktiven Spielzeuge bringen Kindern islamische Redewendungen, lustige Lieder über den Islam, Suren aus dem Koran, Gebete, das arabische Alphabet, Zahlen und vieles mehr bei.

Welche neuen Produkte möchten Sie dieses Jahr auf den Markt bringen?
In diesem Jahr kommen “Meine kleinen muslimischen Freunde” auf den Markt. Fünf sprechende Charakterpuppen – jede hat ihre eigenen Hobbys, singt Lieder und hat Spaß, wie alle Kinder. In diesem Jahr ist auch “Ich kenne die 99 schönen Namen Allahs” – ein interaktives Hörbuch erschienen, das Kindern hilft, sich die 99 Namen Allahs zu merken – es ist bereits ein großer Erfolg. in diesem Ramadan freuen wir uns, die Bücher 1 und 2 von “My Daily Dua” auf den Markt zu bringen. Das sind wunderschöne interaktive Hörbücher, die Kindern helfen, Gebete für ihr tägliches Leben zu lernen. Wir freuen uns sehr auf das kommende Jahr, in dem wir uns auf das Wachstum unserer Marke konzentrieren und sie in neue Märkte einführen werden – inschallah. Vielleicht wird Deutschland einer davon sein?

Interview: Kemal Çalık