Deutsche essen mittags außer Haus

EssenSnacks sind auch mittags sehr beliebt. (Foto: unsplash/ Helena Martinez)

Auf dem Herd kocht bei immer weniger Deutschen das Mittagessen – zumindest unter der Woche. Grund dafür ist die gestiegene Erwerbstätigkeit insbesondere von Frauen.

Seit Jahren essen die Deutschen seltener zu Hause. Am sichtbarsten wird dies durch den „Coffee to go“, den es inzwischen an jedem Kiosk gibt. Aber auch kleine Snacks und volle Mahlzeiten werden häufiger außer Haus genossen. Wochentags fallen das Frühstück und vor allem das Mittagessen zu Hause immer häufiger aus. So frühstücken heute nur noch 72 Prozent der Menschen wochentags üblicherweise zu Hause und nur noch 56 Prozent essen unter der Woche zu Hause zu Mittag. Dies sind 6 Prozent (Frühstück) beziehungsweise 12 Prozent (Mittagessen) weniger als noch 2005. Das hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) herausgefunden.

Vor allem die Klein- und Grundschulkinder würden deutlich seltener zu Hause als vor zehn Jahren essen. Bei Kindern im Alter zwischen drei und fünf Jahren sind es demnach 41 Prozent weniger, bei den 6- bis 9-Jährigen immer noch 33 Prozent. Dies sei mit dem Ausbau der Ganztagesbetreuung in den Kindergärten sowie den Horten und offenen Ganztagesschulen zu erklären.

Die Generation der Erwerbstätigen esse ebenfalls zunehmend wochentags außer Haus, nicht selten würden sie allein essen. Werde mit anderen gegessen, handele es sich vornehmlich um Arbeitskollegen. Damit fehle in immer mehr Familien ein wichtiger „Treffpunkt“, um sich über familiale Ereignisse zu unterhalten und von Erlebnissen zu erzählen. Dieser soziale Austausch beim Essen werde, sofern er überhaupt stattfindet, auf den Abend und das Wochenende verlegt.

Erst mit Erreichen des Rentenalters steige der Anteil der Menschen, die zu Hause zu Mittag essen, stark an. Doch selbst die Rentner würden heute seltener zu Hause als vor zehn Jahren essen.

Print Friendly, PDF & Email

Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

Kommentare sind deaktiviert.