Deutsche sollen Fleischkonsum reduzieren

FleischFoto: Max Delsid / Unsplash

Eine bessere Tierhaltung funktioniert nur mit weniger Fleischkonsum. Industrieländer sollten ihn um die Hälfte reduzieren, fordern Umweltschützer.

In Berlin haben die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) den neuen Fleischatlas vorgestellt. Demnach haben die Deutschen im vergangenen Jahr im Durchschnitt 59 Kilogramm Fleisch gegessen. Das ist der niedrigste Wert seit sieben Jahren – damals waren es fast 63 Kilogramm. Dennoch forderte Barbara Unmüßig von der Böll-Stiftung, dass die Deutschen ihren Fleischverzehr halbieren sollen. Ein Umbau der Tierhaltung sei ohne eine Reduktion des Fleischkonsums nicht möglich.

Grafik: Fleischatlas 2018/CC-BY 4.0

Grafik: Fleischatlas 2018/CC-BY 4.0

Die Umweltschützer werfen der Bundesregierung Handlungsunwilligkeit vor und fordern den dringend notwendigen Umbau der Nutztierhaltung endlich zu beginnen. Dazu gehöre auch, eine verpflichtende Kennzeichnung bei Fleisch einzuführen – vergleichbar der Eier-Kennzeichnung, die dazu geführt habe, dass Eier aus Käfighaltung ausgelistet wurden.

„Qualvoll, umweltschädlich, ungesund und billig – das charakterisiert heute die industrielle Tierproduktion. Das muss sich dringend ändern“, sagte  Barbara Unmüßig. Laut Prognosen werde die Nachfrage nach Fleisch bis zum Jahr 2050 voraussichtlich noch einmal um bis zu 85 Prozent steigen. Ohne Umsteuern, vor allem in den Industrieländern, sei dies ein Garant fürs weitere Aufheizen der Atmosphäre, für globale Ungleichheit, Hunger und Tierleid. Es sei höchste Zeit, dass politisch umgesteuert werde. „Ein Hebel dazu ist eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik“, so Unmüßig.

Der neue „Fleischatlas 2018“ steht hier kostenlos zum Download zur Verfügung.

Print Friendly

Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.