Deutschland: Jugendliche verzichten zunehmend auf Fleisch

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Foto: Farhad Ibrahimzade / Unsplash

Politisches Statement: Vor allem junge Frauen wollen immer weniger Fleisch konsumieren.

Im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung ernähren sich doppelt so viele 15- bis 29-Jährige vegetarisch oder vegan. Das zeigt der Fleischatlas 2021 der Heinrich-Böll-Stiftung.  

Fleischverzicht liegt der Untersuchung zufolge bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Trend. 10,4 Prozent ernähren sich vegetarisch, 2,3 Prozent vegan. Zusammen verzichten damit knapp 13 Prozent auf Fleisch – rund doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung. Insgesamt steigt ihre Zahl an: Vor zehn Jahren lag sie bei 4,3 Prozent, heute nach verschiedenen Studien bei etwa 6 Prozent.

Die Bewegung „Fridays for Future“ und ihr Umfeld sind damit zu einem wichtigen Treiber für pflanzlich dominierte Ernährungsstile geworden, so die Böll-Stiftung. Rund ein Drittel derjenigen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, hätten erst im vergangenen Jahr auf fleischfrei umgestellt.

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Grafik: Böll-Stiftung

Zur Verringerung des Fleischkonsums trage auch der Anteil der Flexitarier und Flexitarierinnen bei, der bei den jungen Menschen rund 25 Prozent beträgt. Sie essen nur manchmal Fleisch, vor allem in Gemeinschaft, und dann solches, von dem sie wissen, wo es herkommt.

Wer gehört zu denen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren? Rund 70 Prozent in beiden Gruppen sind Frauen, zudem sind die Jüngeren etwas stärker vertreten. Unter den Studierenden gibt es etwas mehr Veganer und Veganerinnen, unter denjenigen mit Berufsausbildung etwas häufiger Omnivoren und Omnivorinnen, also Menschen, die nicht auf Fleisch und tierische Produkte verzichten und grundsätzlich alles essen. Wer sich für Technik und Handwerk interessiert, isst tendenziell mehr Fleisch, hat die Böll-Stiftung herausgefunden.