Deutschland: Landwirtschaft wird digitaler

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Foto: Quang Nguyen Vinh / Pexels

Hightech-Landmaschinen, Agrar-Apps, Robotik oder Drohnen: Knapp 82 Prozent der deutschen Landwirte setzen auf digitale Technologien.

Mehr als 8 von 10 landwirtschaftlichen Betrieben (82 Prozent) in Deutschland setzen digitale Technologien oder Anwendungen ein. Weitere 10 Prozent planen oder diskutieren dies, hat der Branchenverband Bitkom herausgefunden.

Besonders weit verbreitet sind demnach aktuell GPS-gesteuerte Landmaschinen, die von 45 Prozent der Landwirte genutzt werden. Unter den Betrieben, die Nutztiere halten, sind intelligente Fütterungssysteme mit 46 Prozent bei fast jedem Zweiten im Einsatz. 40 Prozent aller Landwirte arbeiten mit Agrar-Apps für das Smartphone oder Tablet, ebenfalls 40 Prozent steuern ihren Betrieb mithilfe von Farm- oder Herdenmanagement-Systemen. Eine intelligente und teilflächenspezifische Ausbringung von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln ist bereits bei jedem Dritten (32 Prozent) im Einsatz – so werden Ressourcen und die Umwelt geschont. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) nutzt Sensortechnik, etwa zur tierindividuellen Überwachung oder zur Messung von Klima-, Boden- und Pflanzendaten. 19 Prozent setzen auf vorausschauende Wartung, bei der mit Sensoren und Datenanalyse drohende Ausfälle von Anlagen und Maschinen frühzeitig erkannt werden. Auf etwas geringerem Niveau bewegt sich bezogen auf alle Betriebsarten der Einsatz von Robotertechnik (12 Prozent).

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Allerdings setzen bereits 21 Prozent der Milchviehbetriebe Melkroboter ein. Drohnen werden von jedem zehnten (11 Prozent) Landwirt genutzt. Künstliche Intelligenz, etwa zur Auswertung großer Datenmengen aus der Bildverarbeitung zur Erkennung von Krankheiten bei Pflanzen und Tieren, findet sich in 9 Prozent der Betriebe.

Fast drei Viertel (73 Prozent) der Betriebe sehen in der Digitalisierung grundsätzlich eine Chance. 64 Prozent betonen, so könnten langfristig Kosten gesenkt werden. Gleichwohl ist die Digitalisierung für mehr als jeden zweiten Landwirt (58 Prozent) eine große Herausforderung. 40 Prozent verzeichnen zudem einen Mangel an Mitarbeitern mit digitalem Know-how und 17 Prozent betrachten die Digitalisierung gar als Risiko. Als nachteilig empfinden die Landwirte die mit der Digitalisierung verbundenen Investitionskosten (92 Prozent). Groß ist auch die Sorge vor Hacker-Angriffen bzw. um die IT-Sicherheit (84 Prozent).

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Aus Sicht der Landwirte sorgt die Digitalisierung auch für mehr Transparenz gegenüber dem Verbraucher: 88 Prozent der Befragten sagen dies. Deutlich weniger Landwirte nutzen jedoch digitale Techniken, um aktiv Verbraucher anzusprechen. Jeder vierte Landwirt (24 Prozent) ist in sozialen Netzwerken aktiv, jeder Fünfte (19 Prozent) hat eine eigene Website. 16 Prozent bieten eine Online-Rückverfolgbarkeit „vom Hof bis zum Teller“ an – und jeder Zehnte (10 Prozent) hat Webcams im Stall oder auf dem Feld installiert. 9 Prozent vermarkten ihre Produkte über eigene digitale Hofläden oder Plattformen.

Befragt nach Zukunftsszenarien für das Jahr 2030 sehen immerhin 65 Prozent Webcams in allen Ställen als sehr weit verbreitet oder eher verbreitet an. 52 Prozent meinen, dass mithilfe von Sensoren bis dahin die Nitratbelastung des Grundwassers komplett beendet wird. 46 Prozent rechnen mit autonomen Feldrobotern, die eigenständig Unkräuter, Krankheiten oder Schädlinge erfassen bzw. bekämpfen und 38 Prozent denken, dass fahrerlose Landmaschinen vollkommen selbständig auf den Feldern im Einsatz sein werden.