Deutschland muss in vielen Bereichen Lebensmittel importieren

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Die meisten Obst- und Gemüsesorten muss Deutschland importieren. Hoher Selbstversorgungsgrad nur bei Weizen, Kartoffeln und Zucker.

Nur bei Weizen und Gerste sowie bei Kartoffeln und Zuckerrüben ist Deutschland aktuell Selbstversorger: Von diesen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen produzieren die heimischen Landwirte in normalen Jahren mehr, als im Inland verbraucht wird. Bei Ölsaaten wie Raps, vor allem aber bei den meisten Obst- und Gemüsesorten, ist Deutschland schon heute zum großen Teil auf Importe angewiesen, selbst mehr als jeder zweite Apfel stammt bereits aus dem Ausland, hat der Industrieverband Agrar (IVA) herausgefunden. Diese Importabhängigkeit steigt demnach an, wenn in besonders schlechten Jahren die Erträge sinken oder durch die politisch gewollte Ausweitung des ökologischen Anbaus die inländische Erntemenge insgesamt zurückgeht.

Der aktuelle Selbstversorgungsgrad (SVG) bei Weizen, so die IVA-Berechnungen, sinkt in einem maximal schlechten Erntejahr von 115 auf 98 Prozent, bei Gerste von 112 auf 98 Prozent – bei diesen wichtigen Getreidearten ist also selbst bei (potenziell stark) verminderter Ernte nahezu eine Vollversorgung aus Deutschland noch möglich.

Bei beliebten Gemüsesorten, von denen gegenwärtig zumindest noch ein nennenswerter Anteil im Inland produziert wird, wie Möhren (SVG: 70 Prozent) oder Zwiebeln (SVG: 63 Prozent), stiege in schlechten Jahren der Importanteil auf rund die Hälfte. Lediglich bei Kartoffeln (Rückgang des SVG von 149 auf 115 Prozent) und bei Zuckerrüben (Rückgang des SVG von 140 auf 120 Prozent) produzieren deutsche Landwirte auch in sehr schlechten Erntejahren immer noch deutlich mehr, als die Verbraucher im Inland konsumieren.