DIW: Weltwirtschaft nimmt etwas Fahrt auf

Wirtschaft FahrtDie deutsche Wirtschaft setzt ihren Aufwärtstrend auch in den kommenden Jahren fort. (Foto: Unsplash)

Die Lage der Weltwirtschaft hellt sich zunehmend auf. Dennoch gibt es zahlreiche Risiken. Im kommenden Jahr stehen richtungsweisende Wahlen in Europa an.

Nachdem in der ersten Jahreshälfte 2016 vor allem die Schwellenländer etwas gebremst haben, geht es nun wieder schneller aufwärts – unter anderem, weil Brasilien die Rezession hinter sich lassen dürfte und die russische Wirtschaft – auch aufgrund eines stabilen Ölpreises – wohl wieder stärker wachsen wird, prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). In den Industrieländern stütze die hohe Konsumnachfrage das Wachstum auch künftig.

Auch die vom künftigen US-Präsidenten Trump angekündigten Ausgabenprogramme, unter anderem für die Infrastruktur, dürften das Wachstum der Weltwirtschaft im Prognosezeitraum etwas ankurbeln, so die Ökonomen. Nach 3,3 Prozent für dieses Jahr rechnet das DIW Berlin mit einem Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung von 3,6 beziehungsweise 3,7 Prozent für die Jahre 2017 und 2018.

Zahlreiche Risiken seien dabei aber nicht von der Hand zu weisen: Vor allem in Europa bleibe die politische Unsicherheit hoch – im kommenden Jahr stehen unter anderem in Frankreich, den Niederlanden und auch in Deutschland richtungsweisende Wahlen an.

Hinzu kämen vielerorts strukturelle Probleme im Bankensektor, vor allem in Italien. Unklar sei, in welche Richtung sich die Brexit-Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union entwickeln; sollte es zu harten Verhandlungen kommen, könnte dies die Wirtschaft in Großbritannien, aber auch im Rest der EU maßgeblich beeinträchtigen. Zudem könnten protektionistische Tendenzen, möglicherweise angefacht vom künftigen US-Präsidenten, im späteren Prognosezeitraum die Weltwirtschaft beeinträchtigen.

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In einem Umfeld großer internationaler Risiken setze die deutsche Wirtschaft dennoch ihren Aufwärtstrend auch 2017 und 2018 fort. Im kommenden Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vor allem wegen der geringeren Anzahl von Arbeitstagen deutlich weniger zunehmen als im laufenden: Nach 1,8 Prozent im Jahr 2016 dürfte die Wirtschaft im Jahr 2017 nur um 1,2 Prozent wachsen. Im Jahr 2018 dürfte der Anstieg der Wirtschaftsleistung mit 1,6 Prozent wieder höher ausfallen.

Wachstumstreiber der deutschen Konjunktur bleibe der private Verbrauch. Allerdings dürfte der Konsum an Tempo verlieren. Der Beschäftigungsaufbau, der in den letzten Jahren sehr stark war, büße an Dynamik ein, was für sich genommen die Lohneinkommen dämpfe. Zudem werde die Inflation aufgrund höherer Energiepreise steigen und die Kaufkraft stärker belasten.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.