E-Commerce: Marktkonzentration steigt

E-CommerceHoffentlich kommt bald die Pizza. (Foto: Bench Accounting / Unsplash)

Die Marktkonzentration im E-Commerce ist in Deutschland erneut gestiegen. Allein die zehn umsatzstärksten Händler erwirtschaften 40 Prozent des Gesamtumsatzes. Bei den Kanälen hat sich Mobile längst etabliert, fast alle Onlineshops nutzen soziale Netzwerke.

Der deutsche Onlinehandel entwickelt sich weiter positiv. 2015 betrug der Gesamtumsatz der Top-1.000-Onlineshops 35,5 Milliarden Euro, das ist ein Marktwachstum von 9 Prozent zum Vorjahr, meldet das EHI Retail Institute in Köln. „Großes Thema ist nach wie vor Omnichannel. Vor allem Mobile hat sich hier etabliert. Mittlerweile bieten die  meisten Händler auch einen für Smartphones optimierten Shop an, so dass die Kunden die Einkaufsmöglichkeit eigentlich immer in der Hosentasche bei sich tragen“, kommentiert Christoph Langenberg, E-Commerce-Experte beim EHI, die Studie zum Ranking der 1.000 größten Onlineshops „E-Commerce-Markt Deutschland 2016“ von EHI und Statista.

Demnach ist erneut die Marktkonzentration im E-Commerce gestiegen. Allein die zehn umsatzstärksten Händler erwirtschaften zusammen 14,3 Milliarden Euro, was 40,4 Prozent des Gesamtumsatzes der Top-1.000 entspricht. Die Top-100-Shops machen bereits 68,8 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Erstmals sind in den Top 100 auch Lebensmittel-Onlineshops vertreten.

Fast zwei Drittel der Onlineshops nutzen für ihre Aktivitäten mehrere Kanäle. Shops, die sich auf den reinen Onlinehandel inkl. mobiler Umsetzung des Shops konzentrieren, machen demnach nur ein gutes Drittel aus. Mobile Webseiten bzw. Apps sind dieses Jahr zum Pflichtprogramm geworden – 82 Prozent der Top 1.000 haben ihren Onlineshop für mobile Endgeräte angepasst. Damit ist Mobile noch vor stationären Ladengeschäften im Inland, die von 57 Prozent aller Shops betrieben werden, der stärkste zusätzliche Vertriebskanal.

Fast alle Onlineshops sind in sozialen Medien aktiv: Facebook liegt nach wie vor weit vorne und wird von 92,3 Prozent der Anbieter (Vorjahr 90,5 Prozent) genutzt. Google+ hat mit 67,4 Prozent (Vorjahr 78,2) an Beliebtheit verloren, ebenso Twitter mit 71,1 Prozent (Vorjahr 72,2 Prozent) und YouTube mit 67,4 Prozent (Vorjahr 69,1 Prozent). Erstmals wurden auch Pinterest (42,1 Prozent) und Instagram (38,8 Prozent) in der Studie untersucht, die durch qualitative Ansätze punkten. So bieten zum Beispiel Pinterest mit „buyable pins“ und Instagram mit einem „Shop now“-Button direkte Einkaufsverknüpfungen an.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.