Ernährung: Foodwatch fordert Sofortprogramm für Einkommensschwache

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Durch die Corona-Krise ist die ausgewogene Ernährung für einkommensschwache Familien und Rentner nicht gewährleistet, sagt Foodwatch – und fordert ein Sofortprogramm gegen Ernährungsarmut. 

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat ein Sofortprogramm gegen Ernährungsarmut gefordert. Durch die Corona-Krise sei die ausreichende und ausgewogene Ernährung von Millionen Menschen in Deutschland nicht gewährleistet. Auch die Ernährungswissenschaftler Ulrike Arens-Azevêdo und Hans-Konrad Biesalski – beide Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner – warnten vor gesundheitlichen Folgen insbesondere für Kinder.

Foodwatch fordert Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Bundessozialminister Hubertus Heil auf, Einkommensschwache finanziell zu unterstützen und bundesweite Hilfsangebote zu koordinieren, um Hunger und Mangelernährung vorzubeugen.

„Trotz eines milliardenschweren Corona-Schutzschirms lässt die Bundesregierung gerade die Schwächsten der Gesellschaft im Regen stehen. Wenn der Staat nicht unverzüglich hilft, wird die Corona-Krise auch noch zu einem Programm für Hunger und Mangelernährung“, erklärte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. 

Keiner soll in Deutschland hungern

„Es ist ein schwerwiegendes Staatsversagen, dass in einem reichen Land eine ausreichende Ernährung vieler Menschen ohne kostenlose Mittagessen in Tafeln und anderen philantropischen Einrichtungen nicht sichergestellt ist. Wenn solche Angebote jetzt auch noch wegfallen, müssen Frau Giffey und Herr Heil einspringen. Wir brauchen dringend ein Corona-Teilhabepaket für die Schwächsten.“ 

Der Paritätische Gesamtverband und das Deutsche Kinderhilfswerk verlangen bereits einen vorübergehenden Aufschlag auf den Regelsatz um 100 Euro pro Monat. Foodwatch unterstützt die Forderung nach einer Aufstockung der Regelsätze und fordert die Bundesregierung auf, einen bundesweiten Koordinator für Ernährungssicherheit einzusetzen. Dieser müsse mit einem angemessenen Etat ausgestattet sein und dafür Sorge tragen, dass keine Menschen in Deutschland durch die Corona-Krise von Hunger oder Fehlernährung bedroht sind.