Fahnder entdecken Betrug mit Nussprodukten

NussDeutschland deckt für Allergiker gefährliche Mischungen auf. (Foto: Pixabay)

In Deutschland haben Ermittler einen Betrug mit Nussmischungen aufgedeckt. Sie können gefährlich für Allergiker sein. Die Behörden hatten konkrete Hinweise auf Manipulationen.

Haselnussprodukte bildeten den Schwerpunkt der deutschen Kontrollen im Rahmen der weltweiten, von Europol und Interpol koordinierten Operation Opson VI zur Bekämpfung von Lebensmittelbetrug. Die Behörden der Lebensmittelüberwachung, der Zoll und das Bundeskriminalamt gingen dem Verdacht nach, dass Haselnussprodukte aus der Türkei, Georgien und Italien durch den Zusatz von Erdnüssen, Cashewkernen oder Mandeln manipuliert worden seien. In drei Fällen konnten Manipulationen festgestellt werden, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilte, das die deutsche Beteiligung koordinierte.

Ende des vergangenen Jahres wurden demnach über einen Zeitraum von sechs Wochen 28 Hersteller von Haselnusserzeugnissen kontrolliert und 90 Erzeugnisse Dokumentenkontrollen beziehungsweise analytischen Untersuchungen unterzogen. An Grenzeingangsstellen wurden weitere 15 Erzeugnisse überprüft. Die Kontrollen umfassten insgesamt 545 Tonnen Ware. Bei 1.300 Kilogramm gerösteten gehackten Haselnüssen aus Georgien stellten die Untersuchungsämter eine Beimischung von Erdnüssen in Höhe von gut 8 Prozent fest. Bei 500 Kilogramm Haselnusspaste aus Italien wurden Anteile von bis zu 45 Prozent Cashewkerne nachgewiesen. Und bei einer anderen Sendung Haselnusspaste aus Italien wurden rund 27 Prozent Mandeln ermittelt. Aufgrund der Höhe der festgestellten Anteile sei in allen Fällen von einer absichtlichen Zugabe auszugehen, so das BVL.

Entwicklung der Weltmarktpreise analysiert

Da im Falle der fehlenden Kennzeichnung der allergieauslösenden Erdnüsse und Schalenfrüchte auch eine unmittelbare Gesundheitsgefahr von den Erzeugnissen ausgehe, wurden die Waren aus dem Handel zurückgenommen. Außerdem hat das BVL als nationale Kontaktstelle Informationen zu den Fällen über die europäischen Meldesysteme RASFF (Lebensmittelsicherheit) und AAC (Lebensmittelbetrug) weitergeleitet. Im Fall der georgischen gehackten Haselnüsse haben die Behörden der Lebensmittelüberwachung den Sachverhalt an die Kriminalpolizei übergeben. Die Frage, wo die Manipulationen im Einzelnen vorgenommen wurden, ist noch offen und wird weiter verfolgt.

Die deutschen Behörden hatten sich für Haselnussprodukte als Schwerpunkt der OPSON-Operation entschieden, da über die globalen Behördennetzwerke konkrete Hinweise auf Manipulationen bei diesen Erzeugnissen aufgekommen waren. Außerdem wurde die Entwicklung der Weltmarktpreise analysiert. Scheinbar geringe Preisunterschiede bei den Rohwaren werden für Fälscher zu einem Gewinn, wenn das Haselnussprodukt teilweise durch eine preiswertere Rohware ersetzt wird.

Mit der weltweiten Aktion Opson gehen Europol und Interpol koordiniert gegen Lebensmittelbetrug vor. An der aktuellen Operation Opson VI haben sich 61 Staaten beteiligt. Jeder Staat setzt bei der Operation eigene Schwerpunkte. Deutschland hatte im Jahr 2015/2016 erstmals an Opson teilgenommen.

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