Firmenpleiten steigen weltweit

GeldFirmenpleiten nehmen wieder weltweit zu. (Foto: Markus Spiske / Unsplash)

Exportieren bleibt für deutsche Unternehmen riskant. Der Welthandel schwächelt, die Zahl der Firmenpleiten steigt erstmals seit sieben Jahren. Dennoch gibt es eine gute Nachricht von den Experten.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen eines schwächelnden Welthandels erwartet der Kreditversicherer Euler Hermes in diesem Jahr erstmals wieder einen Anstieg der weltweiten Unternehmenspleiten um zwei Prozent. Die gute Nachricht sei jedoch, dass nicht nur Risiken steigen, sondern auch die Ausfuhren der Deutschen. In den kommenden Jahren würden ihnen zusätzliche Exporte in Höhe von 104 Milliarden US-Dollar winken.

„Exportieren bleibt riskant – aber ohne geht es nicht“, sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. „Bei drei der fünf wichtigsten Handelspartner der Deutschen steigen 2016 die Insolvenzen und damit die Risiken an: Bei Spitzenreiter USA rechnen wir mit drei Prozent mehr Insolvenzen, in Großbritannien mit einem Anstieg um einen Prozent und in China sogar um 20 Prozent.“ In den Niederlanden und beim  zweitwichtigsten Handelspartner Frankreich seien die Pleiten rückläufig – wenngleich bei den Franzosen weiterhin in der Nähe des Rekordniveaus.

„2016 hat optional einige ‚böse Überraschungen‘ in der Hinterhand“, so Subran. „Eine Welle von Kapitalverkehrskontrollen könnte beispielsweise die Schwellenländer erreichen.“ Zudem würden politische Unsicherheiten durch Neuwahlen und drohende soziale Unruhen in zahlreichen Ländern wie beispielsweise Thailand, Brasilien oder auch in der Türkei in diesem Jahr die Politik und vor allem auch die Wirtschaft in Atem halten.

„Sogar direkt vor der eigenen Haustür in Europa lauern diese zum Teil, allen voran ein drohender „Brexit“ oder Neuwahlen in Spanien. Aber auch die Konflikte in der Türkei und im Nahen Osten werfen ihre wirtschaftlichen Risikoschatten voraus“, sagte der Volkswirt.

Insolvenzprognose 2016 nach Ländern (Bild: Euler Hermes):

05 Grafik EH Insolvenzprognose 2016 nach Ländern

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.