Fleisch und Milch: Türkische Hersteller investieren

Türkei SchlachtviehRar in der Türkei: Schlachtvieh. (Foto: Mihail Macri / Unsplash)

In der Türkei besteht bei Fleisch- und Milchprodukten ein enormes Defizit. Nun wollen mehrere Unternehmen in diesem Bereich investieren.

Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zählt zu den größten Branchen der Türkei. Neben den überwiegend kleinen Produzenten gibt es in dem Land auch einige große Nahrungsmittelkonzerne wie Ülker (Yıldız-Holding), das Brauereiunternehmen Anadolu Efes Bıracılık oder den Süßwarenhersteller Eti Gıda, informiert die Außenhandelsagentur der Bundesrepublik, Germany Trade and Invest (GTAI). Auch mehrere ausländische Unternehmen würden Produktionsbetriebe in der Türkei besitzen, darunter Dr. Oetker, Haribo, Nestle, Danone, Unilever oder Coca Cola. Der Import von Nahrungsmitteln in die Türkei sei stark eingeschränkt.

Die einheimische Lebensmittelindustrie ist laut der Außenwirtschaftsagentur gut aufgestellt und kann den Bedarf der Konsumenten im Wesentlichen bedienen. Anders als bei den meisten anderen Lebensmitteln sei die Türkei bei der Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch auf Importe angewiesen, da es im Land zu wenig Schlachtvieh gebe.

Einige türkische Betriebe investierten zurzeit in die Fleisch- und Milchverarbeitung. So investiere der Milchhersteller Sütaş derzeit umgerechnet 150 Millionen Euro in einen neuen Milchbetrieb in der südostanatolischen Provinz Bingöl. Ebenso hätten die Milchproduzenten Gürler und Teksüt den Ausbau ihrer Betriebe angekündigt. Die Haciince-Gruppe habe 2017 in Alanya für über 34 Millionen Euro ein Werk für verpackte Fleischwaren eröffnet. Der Geflügelhersteller Şenpiliç wolle 31 Millionen Euro in den Aufbau einer Schlachtanlage investieren.

Zudem wollten die türkischen Lebensmittelhersteller ihren Anteil am globalen Markt für Halal-Produkte ausweiten. Ende 2017 sei eine zentrale Akkreditierungsanstalt für Halal-Produkte (Helal Akreditasyon Kurumu – HAK) ins Leben gerufen worden(Gesetz Nr. 7060). Die Grundlagen ihrer Tätigkeit seien die Standards für Halal-Lebensmittel der OIC (Organisation of Islamic Cooperation) aus dem Jahr 2010.

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