Frankfurter bringt Halal-Nagellack auf den Markt

Beautylope-NagellackeBeautylope-Nagellacke sind auf Wasserbasis und Halal-zertifiziert. (Foto: Beautylope)

Beautylope bietet Halal-Nagellack für Muslime, Veganer und Allergiker an. Die Produkte des deutschen Unternehmens sind zertifiziert und atmungsaktiv. Über den neuen Nagellack wird in den sozialen Medien lebhaft diskutiert. 

Wie kommt ein Mann auf die Idee, Halal-Nagellack auf den Markt zu bringen? „Meine Frau benutzt wie jede andere Frau auch Kosmetik“, sagt Rachid Laarar, Inhaber von Beautylope. Irgendwann hat er sich gefragt, ob Muslime, die ihre Gebete verrichten, überhaupt konventionelle Kosmetik verwenden dürfen. Denn diese Produkte würden Bestandteile enthalten, die als nicht halal eingestuft werden. Halal-zertifizierte Kosmetik sollte zum Beispiel keinen Alkohol enthalten. Auch verschiedene chemische Zusatzstoffe sind nicht erlaubt, die für Umwelt und Menschen schädlich sind.

Beim Nagellack kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: „Sie muss vor jeder Gebetswaschung entfernt werden, damit Wasser die Nägel berührt und somit die Gebetswaschung gültig ist“, erklärt Laarar. Daher habe er den atmungsaktiven und wasserbasierten Nagellack auf den Markt gebracht. Er enthalte neben Wasser auch natürliche Farbpigmente und sei somit frei von dem bei herkömmlichen Nagellacken üblichen gesundheitsschädlichen Formal­dehyd, Toluol und Campher. „Damit ist Beautylope nicht nur für Muslime sondern auch für Veganer, Allergiker und Schwangere geeignet“, sagt der Betriebswirt.

Die Produkte werden derzeit über den eigenen Online-Shop verkauft. Künftig soll der Vertrieb auch über Drogerien, Kosmetikstudios, Parfümerien und andere Online-Händler laufen. Der Unternehmer hat sich als Zertifizierer für das Islamic Cultural Center in Kopenhagen entschieden, da er in Dänemark produzieren lässt.

Wie ist bisher die Resonanz auf den Halal-Nagellack? „Der Nagellack hat eine große Diskussion in den sozialen Medien ausgelöst“, sagt der Betriebswirt. Zwei Beispiele: „Eine interessante neue Marke am Nagellackhimmel“, hat „Sorriso“ in dem Blog ToBeYoutiful geschrieben. „Jessy von Kleidermädchen“ findet es „klasse, dass die Lacke ohne Tierversuche auskommen“. Viele wüssten nicht, dass auch Kosmetik halal sein kann, berichtet Laarar. Zudem würden einige Nutzer der Meinung sein, dass Kosmetik im Islam nicht erlaubt ist. „Vor uns liegt noch viel Aufklärungsarbeit“, sagt der Unternehmer.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

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