Globaler Fleisch-Markt wächst weiter

FleischDer Fleischverzehr geht in Deutschland seit einigen Jahren zurück. (Foto: Crucifix Jean-Luc / Unsplash)

Die führenden Erzeugerländer von Fleisch haben in den vergangenen Jahren ihre Produktion weltweit gesteigert. Der Generationswechsel in Deutschland bereitet der hiesigen Branche allerdings Sorgen.

„Australien, Russland und die Vereinigten Staaten sind mit Ackerflächen gut ausgerüstet“, sagte Josef Efken, Wissenschaftler beim Thünen-Institut, auf dem deutschen Fleischkongress in Frankfurt. Diese Länder könnten daher viel Futter- und Nahrungsmittel erzeugen. So stünden den Australiern 2,15 Ackerflächen pro Kopf zur Verfügung, China hingegen nur 0,08 Ackerfläche. Aus diesem Grund sei eine internationale Arbeitsteilung vorprogrammiert.

„Die wichtigsten Erzeuger für Rindfleisch sind die USA, Brasilien und Europa“, informierte Thünen. Diesen folgen China, Argentinien und Australien. Am deutlichsten sei die Produktion in Brasilien gestiegen. In Europa sei die Rindfleischerzeugung hingegen zurückgegangen. „Insgesamt sind weltweit 64 Millionen Tonnen Rindfleisch erzeugt worden“, berichtete der Experte.

„Die Produktion von Schweinefleisch wird von China dominiert“, sagte der Forscher. Das Riesenreich würde global die Hälfte des Fleischs erzeugen. Erst danach kommen Europa, USA, Brasilien, Vietnam und Russland. In den vergangenen Jahren habe es einen Produktionszuwachs in China gegeben, in einigen europäischen Ländern wie Polen sei sie zurückgegangen.

Deutschland: Fleischkonsum geht zurück

Die wichtigsten Länder für Geflügel seien traditionell die USA, China und Brasilien. Etliche Länder wie Indien und der Iran hätten in den vergangenen Jahren beim Geflügelfleisch erhebliche Produktionszuwächse erzielt. Offensichtlich sei Geflügelfleisch eine Produktionsmethode, die in allen Teilen der Welt ohne Probleme umgesetzt werden kann, so Efken.

Die USA, Brasilien und Australien spielen dem Wissenschaftler zufolge im globalen Handel eine bedeutende Rolle. So exportieren die Amerikaner vor allem nach Mexiko und Japan, Brasilien nach Russland und China, Australien in die USA und Japan.

Für den deutschen Markt hat Josef Efken keine guten Nachrichten: „Wir müssen uns künftig darauf einstellen, dass ein Viertel der Menschen in Deutschland in eine Phase kommt, in dem sie weniger Fleisch verzehren“, so Efken. Diese Entwicklung bereitet der Branche seit einigen Jahren große Sorgen.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

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