Großhandel rechnet mit stagnierenden Umsätzen

Anton F. BörnerAnton F. Börner, Präsident des BGA, geht verhalten ins neue Jahr. (Foto: Annett Melzer)

Die deutschen Großhändler und Exporteure gehen aufgrund zahlreicher Krisen vorsichtig ins neue Jahr. Sie erwarten stagnierende Umsätze. Den Flüchtlingen wollen sie eine berufliche Perspektive anbieten.

Der Großhandel erwartet für 2016 stagnierende Umsätze auf dem Vorjahresniveau von 1120 Milliarden Euro. Nach Prognosen des Präsidenten des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, dürfte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um etwa 1,25 Prozent zulegen.

Nachdem im vergangenen Jahr die Zahl der Beschäftigten um 11.000 Personen angestiegen ist, rechnet der BGA für 2016 mit mehr als einer Halbierung und allenfalls mit 5.000 neuen Jobs. Der Groß- und Außenhandel beschäftigt insgesamt 1,9 Millionen Menschen.

Mit 70 Prozent sieht der ganz überwiegende Teil der befragten Unternehmer den Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland indes eher als Chance. Für die Unternehmen ist hierbei vor allem ganz entscheidend, dass die Flüchtlinge zumindest über deutsche Sprachkenntnisse verfügen.

Arbeit für Flüchtlinge

„Der Großhandel kann den Flüchtlingen eine berufliche Perspektive bieten, in das Arbeitsleben einzusteigen“, so Börner.  Allerdings hänge dies stark von den Vorkenntnissen der Flüchtlinge ab. Deshalb sei die frühzeitige Förderung des Erwerbs von Sprachkenntnissen die Grundlage für eine schnelle und erfolgreiche Integration.

Dem Terrorismus setzen die Unternehmen ein starkes Signal entgegen. Dem Verband zufolge zeigen sich 85 Prozent unbeeindruckt und setzen ihr Geschäft im In- und Ausland weiter fort. Sie sehen ihr Unternehmen auch nicht durch die in jüngster Vergangenheit ergriffenen Antiterrormaßnahmen in ihren Geschäften behindert. Wenn doch, dann insbesondere aufgrund von Verzögerungen bei Grenzkontrollen.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.