GTAI: Halal-Gesetz in Indonesien hemmt Handel

Hafen in Jakarta, Indonesien. (Foto: Tom Fisk / Pexels)

Das indonesische Halal-Gesetz bereitet Lebensmittellieferanten weiterhin Kopfzerbrechen, sagt die deutsche Außenwirtschaftsagentur GTAI.

Derzeit bereitet Nahrungsmittellieferanten – und auch heimischen Herstellern – das im Oktober 2019 in Kraft getretene Halal-Gesetz Kopfzerbrechen, berichtet die Außenhandelsagentur der Bundesrepublik, Germany Trade and Invest (GTAI)

Es verlange nach islamischen Regeln konforme Produkte. Doch auch fünf Jahre nach der Ankündigung dieser Regulierung seien die konkreten Anforderungen und Prüfungskompetenzen in vielen Bereichen noch immer nicht klar. Derzeit gelte im Nahrungsmittelsektor für eine Halal-Zertifizierung eine fünfjährige Übergangsfrist bis Oktober 2024.

Nachweis schwierig

„Unklarheit gibt beteiligten staatlichen und religiösen Institutionen einen Freibrief für eine strenge Auslegung, die dann die Wirkung nichttarifärer Handelshemmnisse entfaltet“, so die GTAI. Denn welcher Hersteller eines verarbeiteten Nahrungsmittels könne schon die genaue Herkunft jeder Zutat nachweisen, möglicherweise auch noch die Halal-Verwendung von dessen Produktionstechnologie?

Das denkbar positivste Szenario wäre eine pragmatische Umsetzung, die Zutaten wie Schweinefleisch, Alkohol und Gelatine beschränkt oder kennzeichne, aber auf eine eingehende Prüfung unverdächtiger Nahrungsmittel verzichte. „Damit bliebe Indonesien auch weiterer Streit mit der Welthandelsorganisation WTO erspart“, sagt die Außenwirtschaftsagentur.