GTAI kritisiert Halal-Gesetz in Indonesien

Strand in Bali. (Foto: Ministry of Tourism and Creative Economy, Republic of Indonesia)Strand in Bali. (Foto: Ministry of Tourism and Creative Economy, Republic of Indonesia)

Das neue Halal-Gesetz in Indonesien sorgt für Verunsicherung bei der Wirtschaft, sagt die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing, Germany Trade & Invest (GTAI) – und findet es „ungewöhnlich strikt“.

Die indonesische Regierung verabschiedete Ende 2014 ein neues Halal-Gesetz, das für das „recht liberal geprägte muslimische Land ungewöhnlich strikt ausfiel“, so die GTAI. Demnach sollen künftig Fertigung und Transport von Halal- und Nicht-Halal-Waren exakter getrennt werden. Selbst Container, in denen etwa Schweinefleisch oder Alkohol befördert wurden, würden damit theoretisch nicht mehr den Status halal erhalten.

Zudem würden sich die neuen Regelungen dann nicht mehr nur auf Nahrungsmittel und Getränke beziehen, sondern auch auf Kosmetika und Körperpflegemittel sowie Konsumgüter im Allgemeinen. „Landeskenner weisen darauf hin, dass mit solch einem Gesetz Importe nahezu ohne speziellen Anlass behindert werden könnten“, so die Gesellschaft.

Viel werde von den noch ausstehenden Durchführungsbestimmungen abhängen. Bei deren Ausformulierung sei auch die für ausländische Investitionen zuständige Behörde BKPM beteiligt. Sie habe zwar betont, dass es durch das neue Gesetz zu keinen Beschränkungen für internationale Kapitalgeber kommen dürfe. „Inwieweit sie ihren Standpunkt aber gegenüber anderen indonesischen Ministerien und Interessenverbänden durchsetzen kann, bleibt abzuwarten“, findet die GTAI.

Print Friendly, PDF & Email

Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

Kommentare sind deaktiviert.