Gütesiegel: Weniger ist mehr

KosmetikVerbraucher kaufen am liebsten Kosmetikprodukte ohne Tierleid. (Foto: Alysa Bajenaru / Unsplash)

Zu viele Siegel und Aufdrucke schrecken die Verbraucher ab. Daher gilt: weniger ist mehr. Eine hohen Stellenwert haben für die Konsumenten unabhängige Tests und Kosmetik ohne Tierleid.

Die Masse an Siegeln macht es dem Verbraucher nicht leicht. „Getestet durch…“, „100 Prozent aus…“ oder „Frei von…“, zieren Pflegeprodukte unseres Alltags. Das Marktforschungsinstitut Nielsen hat in seiner Naturkosmetikstudie analysiert, welche Versprechen tatsächlich relevant für die Verbraucher sind.

„Egal welche Körperpflegeprodukte wir betrachtet haben, unter den wichtigsten fünf Auslobungen waren immer „Stiftung Warentest“, „Ökotest“ und „nicht an Tieren getestet“, sagt Sandra Bräunlein-Reuß vom Marktforschungsinstitut Nielsen. Auch die Auslobung „vegan“ gäbe es bei Pflegeprodukten. Entgegen des Lebensmitteltrends lasse sich der Verbraucher hier nicht überzeugen. Im Gegenteil: Es führe sogar zur Ablehnung des Produktes.

Nicht immer sei ein Siegel oder ein Produktversprechen so wichtig, dass die Verbraucher dafür auch mehr Geld ausgeben würden. In der Mehrheit der analysierten Produktgruppen hätten die Verbraucher angegeben, für tierversuchsfreie Produkte mehr zu zahlen. Das Tierwohl sei wichtiger als jeder Zusatznutzen.

Die höchste Kaufwahrscheinlichkeit hätten Produkte, so Bräunlein-Reuß, die Aussagen aus mindestens zwei der folgenden drei Bereiche kombinieren würden: „Ohne Schadstoffe“, „Einfluss auf Gesundheit und Umwelt“ und „Zusatznutzen“. Je nach Pflegeprodukt fühlten sich Konsumenten durch eine Kombination aus zwei oder drei dieser Bereiche angesprochen. „Dabei gilt: Weniger ist mehr! Zu viele Informationen schrecken den Verbraucher ab. Wählen Sie lediglich die wichtigsten drei Auslobungen“, empfiehlt die Expertin.

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