Halal-Business: Islamische Glaubensgemeinschaft gründet GmbH

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Riesenrad Wien
Das weltberühmte Riesenrad in Wien. (Foto: Gabriele Diwald / Unsplash)

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) möchte ihr Geschäft mit Halal-Zertifizierungen rechtlich absichern  – und gründet eine GmbH. 

Die GmbH der Islamische Glaubensgemeinschaft soll dabei organisatorisch und personell von der religiösen Vertretung getrennt sein, berichtet „Die Presse“. Und warum gründet die IGGÖ eine GmbH? Der Ursprung liege, so die Tageszeitung, in einem Streit darüber, wer Halal-Zertifikate ausstellen dürfe. Solche Zertifikate vergebe in Österreich seit mehreren Jahren die Islamic Information Documentation and Certication GmbH (IIDC). Das Unternehmen würde nach eigenen Angaben 90 Prozent der Zertifizierungen in Österreich vergeben. Auch die IGGÖ stelle Zertifikate aus, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß.

Die Glaubensgemeinschaft habe sich in Stellungnahmen an ausländische Akkreditierungsstellen auf ihren Status als religiöse Vertretung berufen – und informiert, dass sie die IIDC nicht als befugt für die Halal-Zertifizierung ansehe. Die IIDC habe daraufhin vor dem Handelsgericht Wien geklagt und in erster Instanz recht bekommen. Eine Konsequenz des Urteils wäre, dass die IGGÖ das Gewerbe der Halal-Zertifizierung nicht mehr ohne die erforderliche Gewerbeberechtigung ausüben dürfe – und künftig auch Steuern dafür entrichten müsse, heißt es in dem Zeitungsbericht. Mit der Gründung einer GmbH wolle die Gemeinschaft dieses Problem lösen.

Nach dem österreichischen Islamgesetz ist die Zertifizierung von Lebensmitteln ein freies Gewerbe und kann somit auch von privaten Unternehmen wie IIDC angeboten werden.