Halal Business: Malaysia und Indonesien ringen um globale Vorherrschaft

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Foto: Frank McKenna / Unsplash

Malaysia hat im globalen Halalgeschäft die Nase vorn. Aber auch der südostasiatische Nachbar Indonesien möchte stärker mit mitmischen.

Malaysia hat im Jahr 2017 halal-zertifizierte Produkte im Wert von 43,3 Milliarden Ringgit (10,5 Milliarden US-Dollar) exportiert. Dies entspricht einem Zuwachs von 32 Prozent gegenüber dem Jahr 2013. Fast die Hälfte der Exporte entfiel auf Nahrungsmittel, neben Kosmetika, Chemikalien und anderen Gütern. Indonesien hat im Vergleich Halal-Waren im Wert von 7,6 Milliarden Dollar exportiert, berichtet Nikkei Asian Review.

Laut einer Studie von Thomson Reuters und Dinar Standard nutzt Malaysia die Chancen der islamischen Wirtschaft am besten. Es folgen die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Oman, Platz sechs teilen sich Jordanien, Katar und Pakistan, Kuwait ist auf Rang neun, Indonesien und Brunei belegen Platz zehn.

Die Halal-Zertifizierung in Malaysia sei streng, schreibt Nikkei Asian Review. Die Richtlinien sei weltweit anerkannt, aber nicht in Indonesien. Die Verhandlungen dazu seien ins Stocken geraten. Inzwischen arbeite Indonesien daran, eine größere Halal-Macht zu werden, indem es seine eigene Zertifizierung ausbaue, die Produktionsbasis für Halal-Produkte stärke und die Exporte ankurbele. Zwar sei Indonesien mit fast über 260 Millionen Menschen einer der größten Halal-Märkte. Die Exporte würden jedoch von Rohstoffen dominiert, was die Wirtschaft für volatile Rohstoffpreise anfällig mache.

Milliardenumsatz mit Zertifizierung

Daher wolle Indonesien vom Wachstum des globalen Halal-Geschäfts profitieren. Indonesien habe seine Handelsaktivitäten verstärkt und hoffe, in diesem Jahr unter anderem mit dem Iran und der Türkei Verträge zu unterzeichnen. Im Land entwickele die Regierung vier auf Halal ausgerichtete Industriecluster, um Hersteller von halal-konformen Produkten sowie Restaurants, Einkaufszentren und islamische Finanzinstitutionen anzuziehen.

Die wichtigsten Änderungen würden jedoch den Umfang der Halal-Zertifizierung betreffen. Ab Oktober müssten in Indonesien eine Vielzahl von Gütern und Dienstleistungen halal-zertifiziert sein: Lebensmittel, Getränke, Kosmetika, Chemikalien und biologische oder gentechnisch veränderte Produkte sowie andere Konsumgüter. Die Zertifizierungskosten würden zwischen 140 bis 320 US-Dollar liegen. Es könnten jedoch auch weitere Kosten entstehen, wenn Produktionslinien auf halal umgestellt werden müssten. Mit dem neuen System wolle die Regierung jährlich 22,5 Billionen Rupiah (1,6 Milliarden US-Dollar) einnehmen.

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