Halal-Fleisch: Agrarminister sieht Zielkonflikt

Bundesminister Christian SchmidtBundesminister Christian Schmidt setzt auf Tierwohl. (Foto: BMEL/photothek.net/Thomas Köhler)

Für den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gibt es beim Schächten einen Zielkonflikt zwischen Tierschutz und dem Grundrecht auf freie Ausübung von Religion. Den könne man „nur schwer“ auflösen. 

„Halal-Produkte können durchaus aus einer Schlachtung mit Betäubung stammen“, sagte Agrarminister Christian Schmidt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Dennoch ist klar: Beim Schächten gibt es einen Zielkonflikt zwischen Tierschutz und dem Grundrecht auf freie Ausübung von Religion, den man nur schwer auflösen kann“, fügte er hinzu. Für das Schächten sei eine Ausnahmegenehmigung der Länder nötig, die seines Wissens dabei “sehr verantwortungsvoll und zurückhaltend“ vorgingen.

Der Politiker will Agrarprodukte aus artgerechter Tierhaltung künftig „klar und einheitlich“ kennzeichnen. Er lasse derzeit prüfen, wie dieser eindeutige Verbraucherwunsch erfüllt werden könne. Tierwohl stehe hoch im Kurs bei den Bundesbürgern. Der Ernährungsreport belege, dass 89 Prozent der Befragten bereit wären, einen höheren Preis für Lebensmittel zu zahlen, die aus artgerechter Tierhaltung stammen.

Er sei gegen Ernährungsideologien und -vorschriften. „Jeder darf essen, was ihm schmeckt und ihn glücklich macht“, so der Minister. Er warnte in der NOZ „dringend“ davor, Kinder vegan zu ernähren. „Das kann schwerwiegende Mangelerscheinungen bewirken“, sagte Schmidt. In Deutschland würden sich nur zwei Prozent der Menschen vegan ernähren.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

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