Halal-Gesetz in Indonesien: Keine Klarheit für die chemische Industrie

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Foto: Alex Kondratiev / Unsplash

Die chemische Industrie leidet derzeit unter der Unklarheit über die bevorstehende Umsetzung des Halal-Gesetzes in Indonesien, sagt die deutsche Außenhandelsagentur GTAI.

Auch wenn sich Indonesien in den vergangenen fünf Jahren im Doing-Business-Index der Weltbank zwischen 2014 und 2019 von Platz 128 auf aktuell Rang 73 verbessert hat, beschreiben Unternehmer Indonesien in puncto Rechtssicherheit, Bürokratie und Zollabfertigung als den schwierigsten Standort innerhalb der ASEAN-Staaten (Association of Southeast Asian Nations). Immer wieder werden erratische Gesetze erlassen, die das Geschäft massiv behindern, berichtet die Außenhandelsagentur der Bundesrepublik, Germany Trade and Invest (GTAI). 

Die chemische Industrie leidet demnach derzeit besonders unter der Unklarheit über die bevorstehende Umsetzung des Halal-Gesetzes. Chemische Erzeugnisse würden darin ausdrücklich als zertifizierungspflichtig genannt. Aber auch die erste Implementierungsverordnung vom Mai 2019 habe keinerlei Klarheit darüber gebracht, in welchem Ausmaß die Lieferkette von dem Gesetz betroffen sein werde.

Marketing-Gag Halal-Kühlschrank?

Derzeit gehen Marktbeobachter davon aus, so die GTAI, dass die Umsetzung zunächst vor allem die Nahrungsmittelbranche betrifft und sich der Einführungszeitplan des Gesetzes (bis 2024) für die anderen Branchen verschiebt. Generell werde erwartet, dass es für Endprodukte jenseits des Nahrungsmittelsektors – mit Ausnahme von Kosmetik – einen einfacheren Zertifizierungsprozess geben werde. Allerdings habe das japanische Unternehmen Sharp bereits einen zertifizierten Halal-Kühlschrank in den Handel gebracht. Was bisher nicht mehr als ein Marketing-Gag sei, könne durchaus einen Nerv beim indonesischen Verbraucher treffen.

Außerdem fordere das Halal-Gesetz von Unternehmen die komplette Offenlegung aller Inhaltsstoffe ihrer Produkte. Diese Daten seien dann nicht nur staatlichen Stellen zugänglich, sondern auch privaten Zertifizierern und Wissenschaftlern. In welchem Umfang ausländische Unternehmen ihr geistiges Eigentum schützen können, sei unklar.