Halal-Importfleisch: Schweizer Partei für Deklarationspflicht

FleischSchweizer wollen Halal-Fleisch kennzeichnen. (Foto: Agence Producteurs Locaux Damien Kühn / Unsplash)

Schlachten ohne Betäubung ist in der Schweiz verboten. Der Import dagegen ist erlaubt. Nun verlangen die Christdemokraten (CVP) eine Deklarationspflicht für importiertes Fleisch.

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats habe mit 13 zu 5 Stimmen bei 3 Enthaltungen der Initiative von CVP-Nationalrat Yannick Buttet (VS) zugestimmt. Buttet verlange eine Deklarationspflicht auf allen Verkaufsstufen für importiertes Fleisch von Tieren, die im Ausland ohne Betäubung geschlachtet wurden, berichtet die „Handelszeitung“. Nun entscheide das Parlament.

Der Import von Koscher- und Halal-Fleisch ist in der Schweiz kontingentiert. Die Zollkontingente werden an Metzgereien der beiden Glaubensgemeinschaften versteigert. Das Fleisch muss als halal respektive koscher gekennzeichnet sein. Niemand wisse, wie viel davon auf dem Schweizer Markt erhältlich sei, schreibt Buttet in seiner Begründung. Es sei einfach, das Fleisch auch außerhalb der muslimischen Gemeinschaft zu verkaufen.

Der Bundesrat sieht hingegen keinen Regelungsbedarf. Die Menge des importierten Halalfleischs reiche nicht einmal für die Muslime. Die geltende Zollkontingentsmenge von 525 Tonnen würden für jeden Muslim pro Jahr rund 1,3 Kilogramm Halalfleisch von Rindern und Schafen ergeben, heißt es der Handelszeitung weiter. Der durchschnittliche Konsum an Rinds- und Schaffleisch betrage aber rund 15 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

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