Halal-Tourismus: Experte kritisiert Studien

kappadokienBallonfahrt über die Felsformationen in Kappadokien, Zentralanatolien. (Foto: Randy Tarampi / Unsplash)

Studien prognostizieren für Halal-Tourismus ein enormes Wachstum. Der Experte Fehmi Köfteoğlu übt scharfe Kritik an den Ergebnissen. Man dürfe Äpfel nicht Birnen vergleichen.

Global Muslim Travel Report von Crescent Rating, Global Muslim Travel Market von Dinar Standard oder der Muslim Travel Index Europe von Mc Cann: die Reiseangebote werden in den kommenden Jahren kräftig zulegen, sagen diese Studien voraus. Fehmi Köfteoğlu vom Fachblatt „Turizm Gazetesi“ kritisiert die Umfragen. Es gebe zwar einen Markt für Halal-Tourismus, aber dieser sei nicht so groß wie behauptet werde. Zudem sei er keine Alternative zum konventionellen Markt. Für ihn sind die auf Muslime zugeschnittene Tourismusangebote lediglich ein Zusatzmarkt.

Der Experte hält die Zahlen für aufgeblasen. Es würden oft Äpfel mit Birnen verglichen. So sollen laut der Studie von Crescent Rating nur 10 Prozent der Muslime angeben, dass sie in die Türkei, weil es ein muslimisches Land sei. Darüber hinaus stammten nur 10 Prozent der Touristen, die in die Türkei kommen, aus einem muslimischen Land.

In den vergangenen Jahren sei der Zahl der Touristen aus dem Mittleren Osten zwar gestiegen, vor allem nach Istanbul, so Köfteoğlu, aber nicht aus religiösen Gründen. Die europäischen Länder hätten ihre Gesetze für Visa verschärft. Daher orientierten sich die arabischen Touristen zunehmend zu anderen Reisezielen.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.