Handel: Kleine Lebensmittelläden verschwinden

ZitronenImmer mehr kleine Lebensmittelgeschäfte müssen aufgeben. (Foto: Erol Ahmed / Unsplash)

Die kleinen Lebensmittelgeschäfte sterben vermehrt aus. Im Trend sind größere Verkaufsflächen. Gleichzeitig erhöhen die Händler ihre Ausgaben für den Ladenbau und investieren in den Online-Handel.

Obwohl Lebensmittelhändler mit Konzepten für kleine Geschäfte experimentieren, verliert die Kleinfläche insgesamt deutlich an Boden. Von 11.193 kleinen Lebensmittelgeschäften (bis 400 Quadratmeter) in 2010 in Deutschland sind im letzten Jahr noch 8.900 geblieben. Mit dem Rückgang der Kleinfläche geht die Anzahl der Lebensmittelgeschäfte insgesamt zurück. In 2010 gab es hierzulande noch 39.288 Lebensmittelgeschäfte, von denen fünf Jahre später noch 37.943 übrig waren.

Die einzelnen Objekte hingegen werden größer. Diese erhebliche Flächenerweiterung beschreibt einen Strukturwandel hin zu größeren Geschäften im Lebensmittelhandel. Das zeigen die jüngsten Daten im Statistikkompendium „EHI Handelsdaten aktuell 2016“ des EHI Retail Institute.

Anzahl der Lebensmittelläden in Deutschland

Auch Lebensmitteldiscounter beschreiben demnach diesen Trend. Hatte beispielsweise eine neu eröffnete Aldi-Nord-Filiale im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Verkaufsfläche von 810 Quadratmeter, waren es zehn Jahre später bereits 950 Quadratmeter.

Aldi-Süd hat seine neu eröffneten Flächen im selben Zeitraum von rund 830 auf 980 qm ausgebaut. Außerdem erweitern sie ihre Sortimente, listen immer mehr Markenartikel und investieren deutlich höhere Summen in die Gestaltung ihrer Verkaufsflächen. Auch Supermärkte erhöhen ihre Ausgaben für Ladenbau.

Schon in 2013 befanden sich die Investitionen in die Einrichtung neuer Märkte im Lebensmittelhandel insgesamt auf einem Rekordniveau von rund 800 Millionen Euro und zeigten eine Steigerung von 37 Prozent in Relation zum Vergleichsjahr 2011. Für das laufende Jahr rechnet das EHI mit einer weiteren signifikanten Steigerung.

Der Lebensmittelhandel investiert auch in Online-Konzepte. Dieser Markt wird jedoch von Spezialisten dominiert. Das extravagante Dried Age-Beef, das Bio-Gemüse oder spezielle Allergiker-Nahrung sind im Netz gut vertreten und machen 92 Prozent der Lebensmittel-E-Commerce-Anbieter aus. Ein Vollsortiment wie aus einem gut sortierten Supermarkt bekannt, bieten nur acht Prozent der Händler im Netz an.

 

 

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

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