Hotellerie: Macht der Buchungsportale steigt

Immer mehr Hotels werden über Portale gebucht. (Foto: Gabriel Ghnassia / Unsplash)Immer mehr Hotels werden über Portale gebucht. (Foto: Gabriel Ghnassia / Unsplash)

Jede vierte Hotelübernachtung in Deutschland wurde im vergangenen Jahr über Online-Buchungsportale generiert. Eindeutiger Marktführer ist Booking.com. Auf Platz zwei ist ein deutscher Anbieter.

Drei Online-Buchungsplattformen dominieren den deutschen Markt mit einem Marktanteil von über 95 Prozent. Eindeutiger Marktführer ist die Priceline Group (Booking.com), die ihren Marktanteil von 47,2 Prozent im Vorjahr auf 54,7 Prozent im Jahr 2016 gegenüber der HRS Group (30,4 Prozent) und Expedia (10,8 Prozent) noch weiter ausbauen konnte. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Hotelverbands Deutschland (IHA).

Traditionelle Buchungswege wie Telefon, Brief oder Fax (30,3 Prozent im Jahr 2013, 25,5 Prozent im Jahr 2016) und auch der Verkauf über klassische touristische Partner, wie Tourismusverbände, Reisebüros und Event- und Konferenzveranstalter (11,5 Prozent im Jahr 2013, 6,4 Prozent im Jahr 2016) verlieren demnach in der deutschen Hotellerie weiter an Bedeutung. Wurden im Jahr 2013 noch über 26 Prozent der Übernachtungen in deutschen Hotels per Telefon gebucht, fiel der Anteil im Jahr 2016 auf 22,5 Prozent. Trotz der Einbußen ist das Telefon damit allerdings immer noch der zweitwichtigste Buchungskanal der deutschen Hotellerie.

Der Anteil der Übernachtungen, die per E-Mail im Hotel reserviert wurden, lag 2015 bei 18,1 Prozent; 2016 sank der Wert auf 16,2 Prozent. Werden die Übernachtungen, die über ein in die Website integriertes Reservierungsformular (ohne sofortige Verfügbarkeitsprüfung) eingehen, hinzugerechnet (5,8 Prozent), ergibt sich für das Jahr 2016 ein Gesamtanteil von 22,0 Prozent der Übernachtungen (2015: 23,4 Prozent), die per E-Mail reserviert bzw. gebucht werden. Im Jahr 2013 machte dieser Wert 21 Prozent aus.

Der Anteil der Übernachtungen, die direkt über die hoteleigene Website (in Echtzeit) gebucht wurden, lag 2016 bei 10,8 Prozent (2013: 8,1 Prozent; 2015: 9,0 Prozent). Ein detaillierterer Blick in die Daten zeigt allerdings, dass das Wachstum der Echtzeitbuchungen auf den hoteleigenen Webseiten asymmetrisch verteilt ist. Die Individualhotellerie meldet einen Anteil der Übernachtungen, die in Echtzeit über eine Internet Booking Engine (IBE) auf der Hotelwebsite gebucht werden, von 6,4 Prozent. Kettengebundene Hotels hingegen kommen auf einen Übernachtungsanteil von 15,8 Prozent über die eigene Website, so dass sich ein gewichteter Durchschnittswert von 10,8 Prozent ergibt.

Offenbar tragen, so der IHA, die intensivierten Bemühungen der Hotelketten und -kooperationen im Online-Direktvertrieb Früchte. Auf der anderen Seite belegten die Werte auch die enorme Abhängigkeit insbesondere der Individualhotellerie von externen Buchungsplattformen.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.