Lidl mischt im Halal-Geschäft mit

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Keine türkische Pizza, sondern Lahmacun. (Foto: Congerdesign)

Der Discounter Lidl bietet vor allem im Rahmen von Aktionswochen ein beachtliches Sortiment an arabischen und türkischen Spezialitäten an. Noch sind die wenigsten Produkte halal-zertifiziert.

Seit einigen Jahren peppt der deutsche Lebensmittelhändler Lidl sein Sortiment regelmäßig mit so genannten orientalischen Produkten wie Pide, Lahmacun, gefüllten Weinblättern, Baklava oder Sucuk auf. Und jedes Mal steigert der Discounter die Vielfalt der arabischen und türkischen Spezialitäten. Die letzte Aktion lief im August dieses Jahres. Wer ist die Zielgruppe für diese Lebensmittel?

Die Antwort des Unternehmens ist standardisiert. „Die Kundenzufriedenheit steht für uns an erster Stelle. Daher greifen wir Ernährungstrends und Produktinnovationen auf und orientieren uns bei der Sortimentsgestaltung stets an Kundenwünschen, um unser Angebot kontinuierlich zu verbessern“, sagte Melanie Pöter von der Lidl-Pressestelle gegenüber HALAL-WELT.

Bei der jüngsten Aktionswoche war nur das Fruchtgummi-Produkt des türkischen Markenherstellers Ülker mit einem Halal-Label ausgestattet. Andere Produkte, bei denen eine Halal-Zertifizierung wichtig ist, trugen kein Halal-Logo. Sucuk, Lahmacun und Fertiggerichte zum Beispiel. Warum hat Lidl seine Spezialitäten nicht halal-zertifiziert, um sich das Vertrauen der muslimischen Verbraucher zu sichern?

Halal oder nicht halal, das ist hier die Frage

Hersteller des Sucuk ist etwa die Zur Mühlen-Gruppe, das steht auf der Verpackung. Zur Mühlen gehört zur Tönnies-Gruppe und ist mit den Marken Gutfried und Böklunder bekannt. Interessant ist das insofern, dass die Zur Mühlen-Gruppe aktuell beim Großhändler Metro halal-zertifizierten Sucuk verkauft.  

„In unserem Convenience-Sortiment sind einige Artikel unserer Eigenmarke ‚1001 delights‘ halal. Diese wurden jedoch nicht von unabhängigen Instituten zertifiziert und daher auch nicht als halal gekennzeichnet“, so Pöter. Für die Herstellung des Lahmacuns würden beispielsweise ausschließlich Halal-Rohstoffe eingesetzt.

Inzwischen sind einige Produkte aus dem Orient-Sortiment dauerhaft in den Lidl-Regalen zu finden, Dürüm sowie im Obst- und Gemüsebereich Feigen und Datteln der Eigenmarke „Alesto“.

Vor zwei Jahren hatte die Kette Börek mit Schweinefett verkauft – und sich immensen Ärger eingehandelt, vor allem im Internet. Der Händler hatte sich dafür bei den Kunden entschuldigt. Hat der Discounter inzwischen das Problem gelöst? Dazu Pöter: „Wir haben die Rezeptur des besagten Produktes angepasst und nutzen pflanzliches Fett.“ 

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