Indonesien: Kosmetikmarkt wächst zweistellig

KosmetikKosmetikprodukte sind in Indonesien sehr gefragt. (Foto: Manu Camargo / Unsplash)

Indonesiens Kosmetikmarkt wächst jährlich um bis zu 15 Prozent. Davon profitieren auch deutsche Hersteller. Jedoch sind die gesetzlichen Zulassungsvorschriften streng – und Veränderungen nur schwer vorhersehbar.

Der Markt für Schönheits- und Körperpflegemittel wächst in Indonesien jährlich um bis zu 15 Prozent. Den Gesamtumsatz schätzen Branchenkenner für 2014 auf über eine Milliarde US-Dollar. Allerdings bezieht sich dieser Wert ausschließlich auf Kosmetika. Wenn Shampoos, Seifen, Zahnpasta und dergleichen hinzugerechnet werden, dürfte die Summe um ein Vielfaches höher liegen. Das meldet die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing, Germany Trade & Invest (GTAI).

Demnach besitzen auch deutsche Produkte gute Absatzchancen. Allgemein genieße die Marke „Made in Germany“ einen guten Ruf. Daher finden sich etwa in den meisten Drogerie-/Apothekenketten und größeren Supermärkten Produkte von Sebamed. Diese seien zwar dreimal so teuer wie in Deutschland, fänden aber dennoch ihre Kunden. Deutsche Anbieter haben GTAI zufolge vor zwei Jahren Waren im Wert von 80 Millionen US-Dollar in das größte Land der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN exportiert.

Die Branchenanbieter erzielen laut der Gesellschaft in Indonesien zwar durchweg hohe Margen, dafür hätten sie aber schwierige Rahmenbedingungen. Die Zulassungsbestimmungen für Kosmetika und Körperpflegemittel gehörten zu den strengsten der Welt. Zudem gäbe es häufige und oft wenig abgestimmte, manchmal sogar rückwirkend geltende Gesetzesänderungen.

Halal-Zertifikat ist Voraussetzung

Besonderes Kopfzerbrechen bereite der Branche ein neues Halal-Gesetz, das in dem liberalen muslimischen Land noch strenger ausfalle als in vielen arabischen Staaten. Bis Oktober 2019 müssten alle Produkte, die in Indonesien zugelassen und verkauft werden, ein entsprechendes Zertifikat vorweisen. Das erhöhe Verwaltungsaufwand und Kosten.

Wer in Indonesien Kosmetika verkaufen will, sollte versuchen, in die Regale der großen Drogerie- beziehungsweise Apothekenketten (in der Regel gibt es kombinierte Geschäfte) zu kommen, rät die GTAI. Dazu gehörten etwa Guardian (heißt in Hongkong oder der VR China Manning), Watson, Century oder Melawai. Ebenso biete sich eine Listung in den großen Supermarktketten wie Hero oder Hypermart an.

 

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

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