Indonesien: Nachfrage nach Medikamenten steigt

MedikamentIndonesien exportiert immer mehr Medikamente. (Foto: Takeda Pharma)

Indonesiens Medikamentenkonsum soll sich bis 2020 verdoppeln. Besonders starke Impulse erhält der Sektor vom Aufbau einer allgemeinen Krankenversicherung. Ausländische Arzneihersteller müssen für jedes Produkt ein Halal-Zertifikat vorweisen.

Die Arzneimitteleinfuhren Indonesiens stiegen zwischen 2004 und 2014 um nahezu das Fünffache. Zwar können die einheimischen Firmen Generika in Eigenregie herstellen. Doch fehlt es an Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Außerdem gibt es keine eigene Zulieferindustrie. Somit müssen viele moderne Medikamente, aber auch 90 Prozent aller Vorprodukte importiert werden. Zwischen 2015 und 2020 soll sich der Pharmamarkt des Landes auf 10 Miliarden US-Dollar verdoppeln. Das meldet die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing, Germany Trade & Invest (GTAI).

Demnach erhält der Pharmasektor besonders starke Impulse vom Aufbau einer allgemeinen Krankenversicherung. 2015 erfasste sie laut Schätzungen bereits 150 Millionen bis 170 Millionen Menschen. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll sie die gesamte Bevölkerung – prognostizierte 270 Millionen Personen – absichern.

Ausländische Pharmahersteller würden vor allem über die ausufernde Bürokratie klagen. Die Vorschriften zur Zulassung von Medikamenten gehörten zu den strengsten der Welt. Zudem gebe es ständig Änderungen und Verschärfungen, wie das 2015 erlassene Halal-Gesetz, durch das Arzneimittelhersteller bis Oktober 2019 für jedes ihrer Produkte ein entsprechendes Zertifikat vorweisen müssten. Das erhöhe Verwaltungsaufwand und Kosten.

Deutschland ist nach der VR China mit einem Lieferanteil von 11 Prozent der wichtigste Zulieferer von Arzneimitteln.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.