Iran: Deutsche Firmen wittern das Geschäft

IranIran: Die deutsche Industrie hofft auf Großaufträge. (Foto: Pixabay)

Das Ende der Iran-Sanktionen eröffnet gute Geschäftschancen für die deutsche Wirtschaft. Vor allem Pharmaunternehmen sowie Hersteller von Konsumgütern und Lebensmitteln könnten davon profitieren. Es gibt aber auch einige Risiken.

Die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran birgt für deutsche Unternehmen große Chancen – aber auch einige Risiken. Zu diesem Schluss kommt der Kreditversicherer Euler Hermes in seiner Studie „Iran – back in the game?“.

„Die wirtschaftlichen Potenziale im Iran sind groß, gerade auch für deutsche Exporteure“, sagt Ludovic Subran, Chefvolkwirt bei der Euler Hermes Gruppe. „Aber ein ‚El Dorado‘, bei dem nach Aufhebung der Sanktionen sofort das Gold auf der Straße liegt, ist es realistisch betrachtet auch nicht. Zumindest nicht kurzfristig, denn der Finanzdienstleistungssektor ist derzeit beispielsweise fast nicht existent. Mittel- und langfristig wird das Land mit seinen 80 Millionen potenziellen Kunden jedoch sehr interessant werden. Nicht ohne Grund stehen die ersten Firmen bereits in den Startlöchern.“

Der Nachholbedarf sei groß. Von 2011 bis heute würden dem Iran Importe in Höhe von 30 Milliarden Euro durch die Intensivierung der Sanktionen fehlen. „Ausländische Waren wie zum Beispiel Haushaltswaren sind derzeit sehr schwer zu bekommen, ganz zu schweigen von Autos oder Maschinen. Sowohl Importe als auch Binnenkonsum werden nach der Öffnung daher stark anziehen. Durch die Ölvorkommen verfügt der Iran auch die finanziellen Mittel, diesen Nachholbedarf zu finanzieren“, so Subran.

Lebensmittel stark nachgefragt

„In einem ersten Schritt führt dies zu einer steigenden Befriedigung der Grundbedürfnisse: Nahrung und Gesundheit“, sagt Subran. „Es käme zunächst zu einer wachsenden Nachfrage nach Lebensmitteln sowie nach Pharmaprodukten zur medizinischen Versorgung. In einem zweiten Schritt würde die iranische Bevölkerung neue Autos und die Spülmaschine oder andere Haushaltsgeräte ersetzen.

Automobilindustrie, Maschinenbauer, Chemie-, Medizin- und Pharmaunternehmen, Bau- und Baumaterialfirmen sowie Hersteller von Konsumgütern und Lebensmitteln haben deshalb nach Ansicht von Euler Hermes besonders gute Karten.

Allerdings lauern auch noch zahlreiche mögliche Risiken für Exporteure. So fehlen laut dem Kreditversicherer im Iran Finanzdienstleistungen wie Banken und Versicherungen. Zudem würden Unsicherheiten im allgemeinen Geschäftsumfeld bestehen, insbesondere durch die Hürden der Bürokratie, die es insgesamt nicht einfach machen, Geschäfte abzuwickeln.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.