Jakim: „Wir nutzen die Kraft der Verbraucher“

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Sirajuddin Suhaimee
Sirajuddin Suhaimee, Jakim's Halal Hub Direktor in Malaysia. (Foto: Kemal Calik)

Die Zahl der Halal-Zertifizierungen und -Produkte steigt in Malaysia rasant. Das südostasiatische Land nutzt dazu die Macht der Konsumenten.

„Wir nutzen die Kraft der Konsumenten“, sagte Sirajuddin Suhaimee, Direktor bei der malaysischen Halal-Behörde Jakim, auf einer Pressekonferenz in Putrajaya. Die Halal-Zertifizierung erfolge auf freiwilliger Basis der Unternehmen, um die Vorteile einer Kennzeichnung zu nutzen. So habe Jakim über das Marketing erreicht, dass die Verbraucher nur Halal-Produkte kaufen würden. Das führe dazu, dass sich die Zahl der halal-zertifizierten Waren in Malaysia jedes Jahr erhöhe.

Aktuell hat die Behörde 78 Zertifizierer aus 45 Ländern anerkannt, die die Anforderungen erfüllen. Sie können den Jakim-Standard nutzen, der weltweit als einer der striktesten Halal-Standards gilt. Unternehmen, die Zertifikate von diesen Zertifizierern vorweisen können, haben gute Aussichten ihre Waren nach Malaysia und andere Länder zu exportieren.

Jakim-Schild
Nach links geht es zur Halal-Behörde Jakim. (Foto: Kemal Calik)

Die Halal-Zertifizierung wird in Malaysia vom Staat kontrolliert. „Falls es zu einem Zertifizierungsbetrug kommt, können wir das Zertifikat sehr schnell entziehen“, betonte der Leiter des Halal-Hubs. Das könnten andere Zertifizierungsstellen und private Zertifizierer nicht so einfach machen.

Der Experte glaubt nicht daran, dass es irgendwann einen global einheitlichen Halal-Standard geben wird. SMIIC, das Normeninstitut der islamischen Länder, versuche das derzeit. Es setze sich mit dem SMIIC-Halal-Standard für einen einheitlichen Standard ein. Allerdings würde diese Normen nicht in jedem Land akzeptiert, insbesondere nicht in den Staaten, die ihre eigenen Standards hätten.

Video: Pressegespräch mit Sirajuddin Suhaimee

Malaysia möchte bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 in einer zentralen Küche Halal-Speisen für Sportler und Besucher zubereiten. Zudem soll in muslim-freundlichen Restaurants Halal-Essen serviert werden. „Es ist nicht möglich, in Japan ein Restaurant halal zu zertifizieren“, berichtete der Direktor. Die meisten würden Alkohol, etwa den Reiswein Sake, servieren. Muslime könnten sich in diesen Restaurants ohne Bedenken mit ihren Freunden treffen, da das Essen halal-zertifiziert sei.

Auf die interessante Frage, warum auch Wasser halal-zertifiziert wird, sagte Sirajuddin Suhaimee, dass der Siegel für den Produktionsprozess und nicht für das Naturprodukt vergeben werde. So würden in manchen Wasserfilteranlagen Produkte eingesetzt, die nicht halal seien.

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Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Matrade.