Jeder siebte Deutsche kauft Bio

Bio ApfelDeutschland: Bio-Produkte werden meist in Supermärkten gekauft. (Foto: Dan Gold / Unsplash)

Bei Obst und Gemüse greifen die Deutschen mehrheitlich zu Bio. Allerdings wird nicht jeder Preis akzeptiert. Und nur eine Minderheit vertraut Gütesiegeln.

Bio-Lebensmittel entwickeln sich in vielen Produktkategorien vom einstigen Nischenprodukt zum Mainstream: Bei Obst und Gemüse greifen die Deutschen nach eigenen Angaben mehrheitlich zu Bio. Bei Molkereiprodukten, Fleisch- und Wurstwaren bevorzugt immerhin gut jeder dritte Verbraucher Bio-Produkte. Bei allen anderen Produktkategorien spielt Bio indes eine untergeordnete Rolle. Zu diesen Ergebnissen kommt die Bevölkerungsbefragung „Bio vs. konventionell – Was kaufen Konsumenten zu welchem Preis?“ der Beratungsgesellschaft PwC in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).

Bei der Hälfte der Deutschen landet demnach überwiegend herkömmlich erzeugte Ware im Einkaufskorb. Immerhin jeder Siebte kauft aber mehr Bio- als konventionelle Produkte. Gleichzeitig entscheidet sich jeder fünfte Verbraucher nie für Bio-Produkte.

„In Bezug auf Gesundheitsaspekte und das Thema Nachhaltigkeit haben Verbraucher eine hohe Erwartungshaltung an Bio-Lebensmittel, allerdings wird dabei nicht jeder Preis akzeptiert“, so BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. 45 Prozent würden Bio bevorzugen, weil sie der Meinung seien, dass tierische Bio-Produkte wie Fleisch oder Eier aus Haltungsformen stammen, die sich mehr für Tierwohl einsetzen.

Gemischte Gefühle bei Gütesiegeln

Für den Einkauf der Bio-Produkte zieht es der Studie zufolge die Mehrheit der Verbraucher in die Supermärkte: 74 Prozent der Bio-Käufer beziehen dort ihre Bio-Lebensmittel. Aber auch Discounter sind für Bio-Käufer attraktiv, 52 Prozent kaufen hier ihre Bio-Waren ein. Nur 27 beziehungsweise 21 Prozent dieser Konsumenten gehen auf den Wochenmarkt oder in den Hoflanden eines Bauernhofs, um ihren Bedarf an Bio-Lebensmitteln zu decken.

Im Supermarkt hat der Verbraucher häufig die Auswahl zwischen klassischen Bio-Marken und den Bio-Handelsmarken, die viele Supermarktketten mittlerweile eingeführt haben. Die Mehrheit der Befragten kann allerdings kaum Unterschiede zwischen den Bio-Marken und den Bio-Handelsmarken erkennen.

Eine Möglichkeit zur Differenzierung wären Gütesiegel: Viele Bio-Produkte sind bereits zusätzlich mit Gütesiegeln gekennzeichnet, die Hinweise auf Qualität oder Herkunft der Produkte geben. 62 Prozent der Deutschen ist laut der Untersuchung die Kennzeichnung von Bio-Produkten mit Gütesiegeln wichtig. Allerdings hat nur eine Minderheit von 44 Prozent auch Vertrauen in diese Siegel.

Für die Studie hat PwC 1.000 repräsentativ ausgewählte Menschen ab 18 Jahren befragt.

 

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