Kanada: Markt für Halal-Lebensmittel wächst

KanadaIn der Flagge Kanadas befindet sich ein rotes Ahornblatt. (Foto: Pixabay)

Die Kanadier wollen sich gesund ernähren und essen mehr Obst und Gemüse. Auch die Nachfrage nach regionalen Erzeugnissen und Halal-Produkten steigt. Die „Ethnic Shopper“ werden immer wichtiger.

Der Umsatz im kanadischen Nahrungsmittelsektor wächst jedes Jahr um drei Prozent. Die Hersteller müssen ihr Produktangebot den sich veränderten Bedürfnissen der Verbraucher anpassen. Diese legen verstärkt Wert auf eine gesunde Ernährung und konsumieren mehr Obst und Gemüse. Auch der Trend, Erzeugnisse aus lokaler Herstellung zu kaufen, dürfte sich in den kommenden Jahren weiter verstärken, meldet die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing, Germany Trade & Invest (GTAI).

Bioerzeugnisse sind demnach inzwischen das Produktsegment mit den höchsten Zuwachsraten im Einzelhandel. Laut einer Studie der Canada Organic Trade Association (COTA) belief sich das kanadische Marktvolumen für Biolebensmittel 2015 auf insgesamt vier Milliarden kanadische Dollar. Für 2016 rechnet der Verband mit einem Umsatz von mehr als fünf Milliarden kanadischen Dollar.

Das Produktangebot passt sich der Gesellschaft zufolge zudem der wachsenden Zahl der „Ethnic Shopper“ an. Wegen seiner liberalen Einwanderungspolitik dürfte bis zum Jahr 2035 die Zahl der Konsumenten von heute 35 Millionen auf mehr als 40 Millionen ansteigen. Laut Statistics Canada wird bis 2035 jeder dritte Kunde ein „Ethnic Shopper“ sein, also über einen von Nordamerika abweichenden kulturellen und kulinarischen Hintergrund verfügen. Daher dürfte der Markt für Halal-konforme Produkte besonders stark wachsen, da die Zahl der Muslime in Kanada im Schnitt jedes Jahr um 13 Prozent steigt.

Ein weiterer Trend, der sich in den kommenden Jahren verfestigen dürfte, so die GTAI, ist der Verzehr von regionalen Erzeugnissen. Vor allem in den kanadischen Ballungszentren kaufen immer mehr Konsumenten auf Wochenmärkten, die sich auf regionale Produkte spezialisieren, ein.

Kanada ist laut den GTAI-Experten auch für ausländische Lebensmittelproduzenten ein interessanter Markt. Die Einfuhr von Nahrungsmitteln verzeichnete 2015 ein Plus von 10 Prozent auf 41 Milliarden kanadische Dollar. Zwei Drittel der Lebensmittelimporte stammen aus den USA. Weitere wichtige Lieferländer sind die VR China, Thailand, Brasilien und Italien. Kanada importiert aus Deutschland vor allem alkoholische Getränke, Backerzeugnisse sowie Kakaoprodukte. Für die Importe ist die Canadian Food Inspection Agency (http://www.inspection.gc.ca) zuständig.

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