Kanzlerin Merkel: „Wir brauchen Digitalberater“

Angela MerkelBundeskanzlerin Angela Merkel. (Foto: CDU/Laurence Chaperon)

Europa ist nicht mehr die Technologietreiber, sagt Bundeskanzlerin Merkel auf dem SZ-Wirtschaftsgipfel. Sie fordert beim Thema Digitalisierung mehr Zusammenarbeit in Europa. 

„Die schlechte Nachricht für uns in Deutschland und in Europa ist: Wir sind nicht mehr, was wir vor 100 Jahren noch ziemlich häufig waren: die Technologietreiber“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem „Süddeutsche Zeitung Wirtschaftsgipfel 2018“ in Berlin. Digitale Erfindungen würden derzeit vor allem aus Asien und den Vereinigten Staaten von Amerika kommen.

Deutschland habe aufgrund seiner industriellen Stärke eine sehr gute Ausgangsposition bei den B2B-Plattformen. „Bei B2C findet jetzt aber die eigentliche Schlacht statt. Gewinnt der, der die Customer in der Hand hat, oder gewinnt der, der die industrielle Produktion in der Hand hat?“, sagte Merkel. Da finde im Augenblick zum Beispiel in der Automobilindustrie weltweit eine scharfe Auseinandersetzung statt. „Diese Herausforderungen werden wir – Deutschland oder irgendein anderes europäisches Land – gegen Länder wie China oder die Vereinigten Staaten von Amerika nicht alleine gewinnen, so die Kanzlerin. Sie forderte daher bei der Digitalisierung mehr Zusammenarbeit in Europa.

Merkel plädierte zudem für Digitalberater: „Wir brauchen Weiterbildung durch Menschen, die in der Digitalisierung arbeiten und die neue Erkenntnisse haben.“ In der eigenen Verwaltung würde man die nicht finden. Als Beispiel nannte sie den Automobilzulieferer Bosch. Dort würde jede ältere Führungskraft einen jungen Nerd zur Seite bekommen.

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