KfW: Unternehmen bekommen schwerer Kredite

Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. (Foto: Kemal Calik)

Kredite an Unternehmen werden von den Banken in der Corona-Krise weniger vergeben. Nachfrage nach langfristigen Krediten steigt.

„Die konjunkturelle Erholung bleibt fragil“, sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW, auf dem Banken-Gipfel des Handelsblatts in Frankfurt. Der Krisentiefpunkt sei überwunden, aber die weitere Erholung sei lang und risikobehaftet. Das liege daran, dass die Pandemie weltweit wüte und die Unsicherheit sei auf einem„historischen Hoch“.

„Ein offener Kredit-Kanal bleibt für die weitere Erholung zentral“, so Köhler-Geib. Es werde für Unternehmen schwieriger, an Kredite zu kommen. So beschwere sich jedes fünfte mittelständische und fast jedes fünfte Großunternehmen über die restriktive Kreditpolitik der Banken. Allerdings seien die Hürden bisher nicht so hoch wie in der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. „Ich gehe nicht von einer systemischen Bankenkrise aus, sagte die Ökonomin. Aber es werde für die Banken schwieriger, die Unternehmen zu unterstützen. Köhler-Geib stellt derzeit einen Sprung bei den langfristigen Krediten ab fünf Jahren Laufzeit fest. Das sei ein gutes Zeichen für wirtschaftliche Erholung.

Der Chefvolkswirtin zufolge entscheiden drei Herausforderungen darüber, wie schnell Unternehmen wieder aus der Krise herauskommen: Unternehmensverschuldung, die Chancen aus der Beschleunigung der Digitalisierung und die Anstrengungen zur Erreichung der Klimaneutralität. Entscheidend ist aber nach wie vor, so Köhler-Geib, der Pandemieverlauf und das „wir alles dransetzen, die Auswirkungen zu bewältigen“.