Kunden bleiben stationären Händlern treu

ModeTrotz Online-Shopping - Kunden gehen immer noch im realen Laden einkaufen. (Foto: Ashim D’Silva / Unsplash

Die meisten Deutschen kaufen ihre Lebensmittel, Möbel oder Kleidung in stationären Läden ein. Sie wollen Produkte testen und begutachten. Dennoch sollte der Handel die neuen digitalen Möglichkeiten nicht ablehnen. 

Eine deutliche Mehrheit der Kunden in Deutschland bevorzugt weiterhin das stationäre Ladengeschäft für den Kauf der wichtigsten Produktgruppen wie Lebensmittel, Drogerieartikel, Möbel, Kleidung/Schuhe, Unterhaltungselektronik und Bücher. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle forsa-Umfrage, die vom ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss in Auftrag gegeben wurde.

Demnach haben 95 Prozent der Befragten angegeben, dass sie im stationären Einzelhandel hohen Wert darauf legen, Produkte testen und begutachten zu können. Auch die persönliche Beratung spielt für insgesamt 83 Prozent und vor allem bei den über 45-Jährigen eine sehr wichtige Rolle.

Vor dem Hintergrund, dass mit 71 Prozent die Mehrheit der Deutschen im letzten Jahr ein- oder mehrmals im Internet bestellt hat, geht aus der Umfrage auch hervor, dass insbesondere die älteren Bevölkerungsteile seltener das Internet für ihren Einkauf nutzen (46 Prozent aller über 60-Jährigen). Zudem sind ältere Einkäufer seltener bereit, Extragebühren für die Lieferung innerhalb eines Tages (Same Day Delivery) zu zahlen.

Chancen der Digitalisierung nutzen

„Onlineshopping spricht insbesondere Konsumenten an, die nicht so viel Zeit für Shopping aufwenden wollen, weil andere Sachen wie etwa die junge Familie oder auch der Beruf im Fokus stehen. Das Einkaufserlebnis wird dann häufig rationaler betrachtet und weicht anderen Aspekten der Zeiteinteilung“, erläutert Iris Schöberl, Ausschussvorsitzende des ZIA-Ausschusses Handel & Kommunales. Das belege auch die Umfrage: So geben 42 Prozent aller befragten 30- bis 44-Jährigen an, dass sie Bücher bevorzugt im Internet bestellen, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur noch 36 Prozent.

Für das Einkaufserlebnis müsse aber auch die fortschreitende Digitalisierung berücksichtigt werden. „Der stationäre Einzelhandel darf die neuen Möglichkeiten nicht ablehnen. Durch die Digitalisierung ergeben sich neue Wege, um Konsumenten besser zu bedienen“, sagt Klaus Striebich, Vorsitzender des Vorstands des German Council of Shopping Centers.

Der aktuelle Trend ist dabei das sogenannte Omni-Channeling, wodurch der Kunde kanalübergreifend angesprochen wird und einkaufen kann. „In Shopping Centern beispielsweise werden Konsumenten über mehrere Kanäle angesprochen, etwa über das Smartphone, das Auge, aber eben auch den Geruchssinn und weitere Sinne. Für den stationären Einzelhandel wird es nun darum gehen, sich vom reinen Distributions- zum Kommunikationskanal, also zum Omni-Channel-Retailer zu entwickeln – auch um die jüngere Generation durch die passenden Kanäle anzusprechen“, sagt Striebich.

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