Ladendiebstahl kostet Milliarden

DiebstahlFoto: Unsplash / Tom Sodoge

Ladendiebstähle bereiten Einzelhändlern Milliardenverluste. Für die Bekämpfung geben die Unternehmen immer mehr Geld aus.

Gestohlen, verbummelt, kaputt – die Ursachen für Inventurdifferenzen sind vielfältig und haben sich im Jahr 2017 auf 4,1 Milliarden Euro summiert. Trotz Warensicherung und Personalschulungen entwendet jeder Bundesbürger jährlich Waren im Wert von 28 Euro im Einzelhandel. Umgelegt auf den Lebensmittelhandel verlässt also der Inhalt jedes 200. Einkaufswagens ohne Umweg über das Kassenband den Laden. Während der Verlustwert anstieg, ist die Zahl der angezeigten Ladendiebstähle hingegen gesunken, so die EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2018“.

Der Anteil der Verluste durch Diebstähle seitens der Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Servicekräfte beträgt demnach rund 3,5 Milliarden Euro. Den Großteil davon verursachen mit 2,28 Milliarden Euro unehrliche Kunden. Den zweiten Platz im Diebstahlranking nehmen die Mitarbeiter mit rund 850 Millionen Euro ein und Servicekräfte entwenden Waren im Wert von ca. 320 Millionen Euro. Allein der daraus resultierende volkswirtschaftliche Schaden durch Mehrwertsteuerausfälle beläuft sich auf rund 475 Millionen Euro im Jahr. Ein weiterer Posten der Inventurdifferenzen – 660 Millionen Euro – entsteht wegen organisatorischer Mängel wie falsche Produktauszeichnungen.

Organisierte Kriminalität 

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Inventurdifferenzen auf 4,1 Mrd. Euro leicht gestiegen (2016: 4 Mrd.), durch eine generelle Umsatzsteigerung bedingt, prozentual vom Umsatz jedoch auf gleichem Niveau verharrt.

Die Händler geben an, dass Diebstähle noch immer stark in organisierter Form durchgeführt werden. Die Täter gehen oft in Gruppen mit gezielter Aufgabenverteilung vor. Nach EHI-Schätzungen entfällt wertmäßig rund ein Viertel aller Ladendiebstähle auf Banden und organisierte Kriminalität.

Im Durchschnitt gibt der Handel 0,32 Prozent (1,35 Milliarden Euro) vom Umsatz für Präventionsmaßnahmen Sicherheitsmaßnahmen aus und jedes fünfte Unternehmen hat dieses Budget für 2018 weiter aufgestockt. Noch immer haben für über 80 Prozent der Händler abschreckende, für den Kunden sichtbare Maßnahmen wie Kameraüberwachung Priorität.

 

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