Landtag: Kein Halal-Fleisch aus Bayern

FleischFür gute Steaks geben die Deutschen gerne mehr Geld aus. (Foto: unsplash /Alex Munsell)

Die bayerische SPD forderte die Einführung des Siegels „Halal aus Bayern“. Die CSU-Mehrheit im Agrarausschuss des Landtags hat den Antrag nun abgelehnt.

In Bayern wird Fleisch auch künftig ohne Halal-Siegel für muslimische Kunden verkauft. Gestern hat die CSU-Mehrheit im Agrarausschuss des Landtags den SPD-Antrag, ein bayerisches Halal-Gütesiegel für Lebensmittel einzuführen, abgelehnt. Das berichtet die „Augsburger Allgemeine“. Demnach hält die CSU ein solches Siegel nicht nur für unnötig, sondern macht auch praktische Bedenken geltend. So sei unklar, mit welchem Verband oder welcher Organisation die Kriterien für ein Halal-Siegel ausgehandelt werden könnten.

Die Sozialdemokraten hatten in ihrem Antrag argumentiert, dass in Bayern jeder siebte Arbeitsplatz von der Land- und Forstwirtschaft abhängt. Die Implementierung eines Siegels „Halal aus Bayern“ würde zur Erschließung eines interessanten Markts für die heimischen Erzeuger beitragen. Bisher werde der Großteil von Halal-Lebensmitteln, insbesondere aus Neuseeland, importiert. Den Antrag hatten die SPD-Abgeordneten Horst Arnold, Florian von Brunn, Ruth Müller, Herbert Woerlein und Susann Biedefeld gestellt.

Zudem sollten die rund 500.000 Muslime in Bayern die Möglichkeit erhalten, „religionskonforme und regionale“ Lebensmittel aus heimischer Produktion zu kaufen.

Print Friendly

Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.