Lebensmittel: Foodwatch kritisiert Vitamin-Werbung

GetränkFoodwatch beklagt Vitamin-Schwindel. (Foto: Gabriel Gurrola / Unsplash)

Foodwatch kritisiert irreführende Werbung mit Vitaminen bei vielen Lebensmitteln. Für winzige Cent-Beträge werden etlichen Produkten künstlich Vitamine zugesetzt, um ihnen einen gesunden Anstrich zu verpassen, sagt die Verbraucherorganisation. 

In Deutschland sind 190 von 214 Produkten, die auf der Verpackung mit Vitaminen werben, zu süß, zu fettig oder zu salzig und entsprechen nicht den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ausgewogene Lebensmittel. Das hat die Verbraucherorganisation Foodwatch in einer Studie herausgefunden. Als Beispiele führte Foodwatch unter anderem Fruchtgummis sowie Soft- und Milchdrinks an.

„Die Lebensmittelindustrie setzt hunderten Produkten für winzige Cent-Beträge künstlich Vitamine zu, um Süßigkeiten, Zuckergetränke oder anderem Junkfood einen gesunden Anstrich zu verpassen“, sagte Michaela Kruse von Foodwatch. Die Organisation fordert eine gesetzliche Regelung, so dass nur noch solche Produkte mit Gesundheitsbotschaften beworben werden dürfen, die den WHO-Kriterien für ausgewogene Lebensmittel genügen.

Zwar müssen sich Lebensmittelhersteller seit 2012 ihre gesundheitsbezogenen Werbeaussagen durch die EU genehmigen lassen – erlaubt sind derzeit rund 250 „Health Claims“ (gesundheitsbezogene Angabe). Und auch für den Gebrauch von nährwertbezogenen Angaben wie „Vitamin C“ oder „fettarm“ gibt es Vorgaben. Doch welche Produkte die Hersteller mit dieser Werbung schmücken dürfen, ist bislang nicht geregelt.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.