Lebensmittel: Studie forscht nach Schadstoffen

LebensmittelEs ist nicht immer klar, was in unserem Essen steckt. (Foto: Shanice Garcia / Unspash)

Wie sicher sind unsere Lebensmittel? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Langzeitstudie des Bundesinstituts für Risikobewertung. Erste Ergebnisse werden in drei Jahren vorgelegt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte auf dem BfR-Forum zur Internationalen Grünen Woche in Berlin Konzept und Ziele der Studie vor. Die erste deutsche „Total-Diet-Studie“ läuft unter dem Namen BfR-MEAL-Studie (Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln). Die Studie untersucht in Deutschland großflächig, welche Risiken unter anderem durch Stoffe bei der Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln entstehen können.

Dazu werden die fertigen Mahlzeiten auf Zusatzstoffe und Prozesskontaminanten, also auf Stoffe, die bei der Zubereitung entstehen, untersucht. So lässt sich zum Beispiel auch ermitteln, welche Gehalte an Acrylamid durchschnittlich in Keksen oder Pommes Frites enthalten sind, die gekauft oder im Haushalt zubereitet werden.

Die Studie berücksichtigt die gesamte Lebensmittelpalette und analysiert die Speisen jeweils in dem Zustand, in dem sie typischerweise verzehrt werden. Zu diesem Zweck werden Mitarbeiter des BfR in den kommenden Jahren 50.000 bis 60.000 Lebensmittel im Einzelhandel einkaufen und in einer eigens dazu eingerichteten Küche zubereiten.

Analyse auf unerwünschte Stoffe

Diese Proben werden anschließend in Laboren auf verschiedene Stoffgruppen analysiert, sowohl auf gesundheitlich nützliche als auch auf unerwünschte Stoffe. Neben Zusatzstoffen und Prozesskontaminanten gehören dazu Stoffe aus der Umwelt (Umweltkontaminanten wie z.B. Dioxin), Schimmelpilzgifte (Mykotoxine), Nährstoffe, Pflanzenschutzmittel, Tierarzneimittel und Stoffe, die aus Verpackungen in die Lebensmittel gelangen.

Darüber hinaus wird auch untersucht, inwiefern sich die durchschnittliche Belastung mit Stoffen in einzelnen Lebensmitteln je nach Region, Saison oder Produktionsart (z. B. nach biologischem oder konventionellem Anbau) unterscheidet. Erste Ergebnisse für einzelne Stoffgruppen liegen voraussichtlich im Jahr 2018 vor.

Total-Diet-Studien werden derzeit in mehr als 50 Ländern weltweit durchgeführt. Das BfR erhielt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Auftrag, 2015 die erste TDS für Deutschland zu starten. Die BfR-MEAL-Studie ist auf sieben Jahre angelegt.

Print Friendly, PDF & Email

Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.