Mauderer: „Lasst mich auch endlich Taten sehen!“

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Sabine Mauderer, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. (Foto: Deutsche Bundesbank)

„Nach­hal­tig­keit mit Leben fül­len und end­lich um­set­zen – das ist genau das, was wir jetzt brau­chen“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Sabine Mauderer auf einer Fachtagung – und nennt drei Herausforderungen.

„Nach­hal­tig­keit ist längst in der brei­ten Be­völ­ke­rung an­ge­kom­men: bei Mei­nungs­um­fra­gen nach dem wich­tigs­ten po­li­ti­schen Thema liegt der Kli­ma­schutz vorn“, sagte Sabine Mauderer, Mitglied im Vorstand der Deutschen Bundesbank, auf der Fachtagung “Nachhaltigkeit leben – Chancen und Anforderungen für Finanzdienstleister“ in Frankfurt. Es sei die rich­ti­ge Zeit, dass sich die Fi­nanz­bran­che mit Nach­hal­tig­keit be­schäf­ti­ge. Es komme darauf an, Nach­hal­tig­keit mit Leben fül­len und end­lich um­set­zen. Es gelte der bekann­te Goe­the-Vers aus dem Faust: „Der Worte sind genug ge­wech­selt. Lasst mich auch end­lich Taten sehen!“

Für Mauderer stehen drei Herausforderungen für mehr Nach­hal­tig­keit im Fi­nanzsektor im Weg. „Die erste Her­aus­for­de­rung: Wir brau­chen eine all­ge­mein ak­zep­tier­te De­fi­ni­ti­on – was genau ist ei­gent­lich Sustainable Finance? Denn wir kön­nen nur nach­hal­tig in­ves­tie­ren, wenn wir wis­sen, wel­che In­ves­ti­tio­nen das grüne Ver­spre­chen auch hal­ten.“ Am Markt selbst hätten sich be­reits ei­ni­ge Stan­dards für nach­hal­ti­ges In­ves­tie­ren eta­bliert: etwa die ICMA Green and Social Bond Principles oder der Climate Bonds Standard der Climate Bonds Initiative.

Diese Stan­dards die­nten auch als Grund­la­ge und Best Prac­ti­ce für einen all­ge­mein an­er­kann­ten EU Green Bond Stan­dard. Die EU-Kom­mis­si­on sei be­reits un­ter­wegs in Sa­chen De­fi­ni­ti­on, Ta­xo­no­mie und Klas­si­fi­zie­rung von nach­hal­ti­gen An­la­gen. Auch Zen­tral­ban­ken und die Bun­des­bank im Be­son­de­ren be­mü­hten sich um die De­fi­ni­ti­on von nach­hal­ti­gen As­sets: zum einen als Port­fo­lio­ma­na­ger für die öf­fent­li­che Hand, zum an­de­ren im in­ter­na­tio­na­len Zen­tral­ban­ken-Netz­werk „NGFS“, dem „Network for Greening the Financial System“.

Transparent: Risiko und Rendite

Die zwei­te Her­aus­for­de­rung: Ak­tu­ell sei die Nach­fra­ge nach grü­nen An­lei­hen deut­lich höher als das An­ge­bot – hier müs­se man das Un­gleich­ge­wicht ab­bau­en, so Mauderer. Das An­ge­bot an Green Bonds wachse seit 2017 stark, auch 2019 seien be­reits viele Emis­sio­nen ge­tä­tigt und wei­ter ge­plant. „Und den­noch ma­chen Green Bonds nach wie vor nur gut 1 Prozent des welt­wei­ten An­lei­he-Emis­si­ons-Vo­lu­mens aus“, sagte sie.

Und die drit­te Her­aus­for­de­rung: Auch bei grü­nen As­sets müs­sten Ri­si­ko und Ren­di­te trans­pa­rent sein. Man­che In­ves­to­ren, vor allem pri­va­te, be­fürch­teten, dass nach­hal­ti­ge As­sets ri­si­ko­rei­cher und ren­di­te­är­mer sein könn­ten. Mauderer: „Wir brau­chen mehr und bes­se­re Daten, um die Ri­si­ken ana­ly­sie­ren und be­wer­ten zu kön­nen.“ Auch hier­zu be­ziehe das NGFS Stel­lung und emp­fiehle öf­fent­li­chen In­sti­tu­tio­nen, re­le­van­te Daten für die Be­wer­tung von Kli­ma­ri­si­ken aus­zu­tau­schen und diese öf­fent­lich zu­gäng­lich zu ma­chen.