Medizintourismus immer beliebter

AirlineMedizintourismus ist weltweit ein lukratives Geschäft. (Foto: Andrea Vincenzo Abbondanza / Unsplash)

Nicht nur deutsche Kliniken profitieren vom Medizintourismus, auch immer mehr Deutsche reisen für Kuren oder Operationen ins Ausland. Westeuropa ist das beliebteste Ziel, gefolgt von Osteuropa.

Über die Hälfte der Deutschen (55 Prozent) kann sich vorstellen, sich im Ausland medizinisch behandeln zu lassen. Zu diesem Ergebnis kommt der IUBH Touristik-Radar 2016, eine Befragung der Internationalen Hochschule Bad Honnef (IUBH). Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Bei der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2012 lag die Bereitschaft für Auslandbehandlungen noch drei Prozentpunkte niedriger.

Hauptgrund für den Arztbesuch im Ausland sind demnach die günstigeren Kosten (53 Prozent). Über ein Viertel der Befragten gibt zudem als Grund an, dass sich durch eine Auslandsreise die Wartezeiten für medizinische Behandlungen verkürzen lassen.

„Unsere Studie zeigt: Arztbesuche im Ausland werden zunehmend attraktiv. Grund dafür ist die Option, diese mit einer Urlaubsreise zu verbinden“, sagt Helmut Wachowiak, Professor für Tourismusmanagement an der IUBH und Leiter der Studie. Der Reisemarkt müsse sich auf dieses wachsende Interesse am Medizintourismus einstellen und transparente Angebote für die Verbraucher schaffen.

Westeuropa ist das beliebteste Ziel der potenziellen Medizin-Touristen (37 Prozent), gefolgt von Osteuropa (33 Prozent) und Nordamerika (22 Prozent). Die Studie zeigt jedoch nicht nur die Reiseziele, sondern auch die Herkunft der potentiellen Medizin-Touristen. Besonders große Zustimmung (62 Prozent) gab es demnach in den nördlichen Bundesländern Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die beliebtesten Auslandsbehandlungen sind wie schon 2012 Reha-Maßnahmen und Kur-Aufenthalte (36 Prozent) sowie Zahn- (30 Prozent) und Augenbehandlungen (14 Prozent).

Männer sind dem Medizintourismus etwas stärker zugeneigt: 59 Prozent können sich vorstellen, medizinische Behandlungen im Ausland durchführen zu lassen, während sich bei den Frauen fast die Hälfte (48 Prozent) dagegen ausspricht.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

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