Nordafrika: Chancen für deutsche Lebensmittel

MarokkoFoto: Annie Spratt / Unsplash

Marokko, Algerien und Tunesien müssen einen großen Teil der Nahrungsmittel importieren. Das macht sie zu einem interessanten Markt für deutsche Hersteller. 

„Lebensmittel werden in Tunesien ausschließlich über Großhändler importiert und danach an den Einzelhandel weiter verkauft“, sagte Natascha Boussiga von der AHK Tunesien auf dem Exportforum der IHK Hannover. Marktführer sei die Mabrouk-Gruppe mit einem Marktanteil von 36 Prozent. Die Bedeutung der kleinen Läden sei sehr hoch, sie würden 80 Prozent des Gesamtumsatzes im Handel ausmachen.

Der Nahrungsmittelsektor generiere große Mengen an Verschmutzung. Daher hätten deutsche Unternehmen in den Bereichen umweltfreundliche Verpackungen, umweltfreundlicher Transport und mit dem Wissen über nachhaltige Produktion Chancen. Auch fett-, zucker- und salzarme Produkte und Bio-Produkte seien gefragt.

„Algerien ist einer der bedeutendsten Importeure weltweit von Getreide, Zucker sowie Milch und Milchprodukten“, sagte Mohamed-Lamine Megueddem von der AHK Algerien. Im Trend sei der Import von gefrorenem Obst und Trockenobst. Auch Frucht- und Gemüsekonzentrate würden sehr nachgefragt. Bei Nahrungsmitteln mit tierischen Inhaltsstoffen sei die Halal-Zertifizierung vorgeschrieben.

In den Städten von Marokko schreitet die Auflösung von Großfamilien voran. Das steigere die Nachfrage nach Fertiggerichten und Fast Food, so Marco Wiedemann von der AHK Marokko. Mit Milchprodukten, Fertiggerichten und Süßwaren könnten deutsche Lebensmittelhersteller gute Geschäfte machen. Für Bioprodukte würde sich eher die wohlhabende Schicht interessieren.

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